Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XVII (1914)
- Issue
- 2/3 (März-Juni 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 50 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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WÄTJEN, Herrn, Das Judentum u. die Anfänge der modernen Kolonisation. Kritische Bemerkungen zu Werner Sombarts ״Die Juden u. das Wirtschaftsleben“. Stuttgart, W. Koklhammer, 1914. 111, 72 S. 8°. M. 1.50. WELLHAUSEN, J., Israelitische u. jüdische Geschichte. 7. Aueg. Berlin, G. Itoimer, 1914. 872 S. 8״. M. 10. WOIILGEMUTII, J, Gesetzestreues u. liberales Judentum. Eine Entgegnung. [Aua: ״Jüd. Presse“.] Frankfurt a.M, .J. Kaufiinann, 191«. IV, 107 S. b°. M. 1. ZUIDEN, D. S. van, Do Iloogduitsche Joden in 8י Gravenhage van af hunne komat tot op heden. Den Haag, Drukkery Levioson, 1913, 172, [40j SS. 8°. fl. 4,50. Mit vielen Illustrationen. [Nach Groningen hat nun auch der Haag seinen Bearbeite? gefunden nnd *war specioll die Aschkenasisehen Juden, dd über dio Portugiesischem bereits ein Büchlein von M. Henriquea Pimentol: Goschiodkundiga ßanteckeningen betreffende de Portngeoßcbe Israeliten in den Haag. Haag!870 8״ besteht Van Zuiden, der in den verschiedenen Archiven bewandert ist, hat eine grosso Füllo unbekannten Materials zusammengobracht, leider ist ihm aber daa bereite publicierto sehr wenig bekannt. Dadurch fohlt in seiner Darstellung viel, das z. I>. in don Publikationen des Voroin» für dio Geschichte de« Hang ״Die llaghe“ zu findon gewesen wäre. Wir vermissen den Einfluss, don Haager «luden auf das allgemeine holländische Kulturleben hatten, in Kunst u. Musik, auf die Presse und das Bta&tslobon, sowie in der Industrie. Auch das Verbot der jüdischen Gemeinde ihr Archiv nach dem Jahre 1811 benutzen zu dürfen, hat der Vollständigkeit des Buches wohl geschadet. Wo übrigens co oft über dio Unzulänglichkeit des Archivs der Portug. Gemeinde in Amotordam geklagt und gespottet wird, ist wohl ein Wort des Protestes gegen äieson unsympathischen Becchluea dos Haager Aßchkenasiscbon Vorstands am Flatzo. Wenn auch im Mittelalter Juden im Haag zu finden sind — die älteato von Van Zuiden gebrachte Notiz ist vom 4. Ootober 1398 — fällt der Anfang der Gemeinde erst in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Wie in Amsterdam, treffen wir auch im Haag dio Portugiesischen Juden früher als die Aschkenacischen an. Im Anfang dos 17. Jahrh. lebte der Gesandte des Kaisera von Marokko, Don Samuel Palacho (st. VI, 17. Schebat 6370 in Ondorkork bograbon) im Haag, der nach de Barrios einer der Gründer der Sephardischen Gemeinde Both Jahacob in Amsterdam gewesen ist. Dass die Familie Na&r, von de? v. Z. nu? vermutet (S. 8 Note4), dass sie Portugiesen waren, eine bekannte Familie auch in Amsterdam war, wo sie «ich gowöhnliabNahar schrieb, ist leicht nachweisbar. Der Begründer der aechken. Gemeinde war Alexander Polak aus Posen (S. 9), der für einen Begräbnissplats der jungen Gemeinde sorgte. Er starb IV, 23. Sivan 6467. Henriquea Pimentei in dem oben engofürten Büchlein erwähnt auch den Beerdigungetag «einer Frau Beila 26. Tobet 5460 und seines Sohnes Loyp 6. Tamus 5460. — Die wichtigsten Kapitol des Buches sind ״Die Familien Doaa und Kann“ und ״Das intellektuelle Loben in der aschkenasisehen Gomoindo“, das von Sigmund Seligm&nn bearbeitet ist. Im erst erwähnten Kapitol