Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XII (1908)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1908)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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71 DAVIDSOHN, J. Earody in Jewish Literature (= Columbia University Oriental Studies. Vol. II), New York 1907• XVII und 292 S. 8. °. [Davidson, dessen Three Satires etc. vor nicht langer Zeit hier angezeigt wurde (ZfHB 8,66), hat sein Versprechen, die Parodie in der j. Literatur monographisch zu bearbeiten, schnell eingelöst und mit grossem Erfolge durchgeführt. Bis dato dürfte kein Zweig der j. Literatur in ähnlicher Weise vollständig und übersichtlich bearbeitet worden sein. Der Fleiss und die Hingabe des Autors an sein Werk sind umso lobenswerter, als es sich da oft um Minütien handelt, um lose Flugblätter, die' schwer aufzutreiben waren, und die nun in Reih und Glied sich zu ihren zahlreichen Geistesgeschwistern geseilen. Nach einer Einleitung, die über das Wesen der Parodie orientiert, folgt das eigentliche Werk, das in zwei Teile zerfallt: 1) Geschichte der P. in der j. L., mit den Kapiteln: Die Anfänge der P., die P. in der Provence u. in Italien im 14. Jahrh. (das ist die Blütezeit der P., mit A. Bedarschi, Immanuel Komi, Kalonymos ben Kalonymos, dessen מסכת פורים für Viele vorbildlich wurde, mit den Werken ספר הבקבוק הנביא und מגלת סתרים, Werke, die bereits im Titel erheiternd wirken, etc.), der Verfall der P. bis Mitte des 17. Jahrh., deren Aufblühen* bis Ende des 18. Jahrh., endlich die P. im 19. Jahrh. bis zum heutigen Toge, ein Kapitel in welchem über die Erscheinungen in Amerika ungeahntes Licht verbreitet wird und das den. meisten Lesern wohl völlig Neues bietet; der 2. Teil behandelt einige Texte, und in dankenswerter Weise erhalten wir gedrucktes Material für bisherige handschriftliche Bestände. Das Kapitel der ״Yiddish“ Parodien ist besonders zu nennen. In Kap. 14 erhalten wir eine beschreibende Bibliographie der Parodien des 19. Jahrh., nicht weniger als 421 Nummern! Zwei Indices beschliessen das Werk, das auch von einigen . photographischen Reproduktionen geziert wird. Referent fühlt sich auf diesem Gebiete nicht kompetent, und so können im Dienste der Sache nur wenig Bemerkungen beigesteuert werden. — Von Chotzner, dessen zwei Schriften D. zitiert (S. 2), ist zusammenfassend erschienen: Hebrew Humour and other Essays, London 1905* —־ Theodosus (חורוס S. 26) richtiger Theodoras. —־ Das Motiv der כתובה לחג שבועות *s marriage contract ist in nuce in den Midraschim enthalten; fast zeitgenössisch ist A. ibn Ezra im kürzen Komm, zu Exod. 80,12 p. 94 vgl• p. 101. — Die Parodie eines Begräbnisses (S. 48) erinnert an das Kinderspiel in b. Jebam. 121b, wonach die Heuschrecke als Mensch begraben wird. —. Der hierin mit Haman getriebene Spott kömmt zum Ausdrucke auch in den Worten עבדא דאזדבן בטולמי רנהמה (S. 171), wofür auf b. Megilla 15b zu verweisen ist; in solchen Ver- Weisungen hat D. keineswegs genug getan, so z. B. wäre für משל לזתים הנתונים במעטן (S. 162) aufM. Maaser, 4, 8 zu verweisen. — Eine berühmte Kiddusch-Parodie (S. 50) gibt es auch von dem sogenannten Rajetzer Maggid. — Rapaports Wort aus 4,46 כ״ה wird auffallenderweise zweimal; S. 62 u. 71 angeführt. — In der Deutung der spassigen Namen in dem Kreditbrief (S. 162) scheint mir D. auf falscher Fährte zu sein, wenn er an Frankreich denkt, vielmehr dürfte מונטי סלוני die im Namen ein wenig absichtlich veränderte Stadt Montebelluna in der Provinz Treviso in Italien sein; für מתים habe ich allerdings keine Deutung. In Bezug auf die Haggada von Jona Rap a, von mir in REJ 48,84 f. eingehend behandelt, zweifelt D♦ (S. 156 unten)