Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XII (1908)
- Issue
- 1 (Januar-Februar1908)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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in meinem Verlage erschien soeben! Jüdische Sprichvörter ₪d Redensarten Gesammelt und Erklärt von Ignaz Bernstein• Zweite, vermehrte und׳ verbesserte Auflage mit; gegenübersteh. Transkription, Index und Glossar. 40 658;und 84 S., In eieg* Leinwandband Mk. 10•— Der vornehm ausgestattete, umfangreiche Band yon über siebenhundert Seiten verzeichnet fast 4000 jüdische Sprichwörter, die der Verfasser im Verlaufe von etwa 85 Jahren in emsiger Sammelarbeit dem Volksmunde in Russland, Polen und Galizien abgelaüschi hat, in alphabet. Reihenfolge nach Schlagwörtern geordnet, mit einer dem hebräischen Texte gegenüberstehenden Transkription und einer Uebertraguüg ins Deutsche, zu der in vielen Fällen die erklärende Paraphrase ergänzend hinzutritt. Das Glossar gibt die Erklärung der in der Sprichwörtersammlung vorkommenden fremdsprachlichen, sowie minder geläufigen Wörter, Spirachwendungen und Phrasen. Das Werk ist von geradezu linermesslichem Werte für jeden, der sich mit Parämiologie, der Kulturgeschichte der Juden, wie mit Folkloristik überhaupt beschäftigt. Aus einer Besprechung der Frankfurter* Zeitung: ״ . . . Der Verfasser wehrt sich• dagegen, dass man die deutsche, mit verschiedenen anderen Elementen gemischte Sprache der polnischen und russischen Juden als Jargon, bezeichne, sie sei Dialekt, was er in einer späteren Schrift erweisen werde; sei dem nun auch, wie es wolle; die Sprache in der diese Redensarten hier mitgeteilt werden, bewahrt ihnen den Reiz des Urwüchsigen. Diesen Eindruck wird allerdings der nicht haben, dem dieses. Sprachidiom fremd ist; aber an den Geistesblitzen, die hier in so vielen Redensarten auftauchen, an dem reizvollen Humor,, der sich nirgends verleugnet, an der Trefflichkeit der Gleichnisse, die.der Volkswitz ersonnen, an dem Sarkasmus, mit dem die Schwächen der Menschen gegeisselt werden, selbst an der Skepsis, mit dem auch der Gläubige für einen Moment sich von dem Druck befreit, mit dem der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis ihn belastet, wird jeder, der für Hümor ־ Sinn ufid Verständnis hat, sein Behagen haben, wenn ihm auch dieser Dialekt nicht geläufig ist. . . . * Die Zeitschrift 0״ s t u. W es t“ schreibt:,: ״• . . . Es ist ein erquickliches Buch, voll älter, n. dennoch frischer Lebensweisheit, Humor u. Satire, gute Laune und nachdenkliche Versonnenheit finden sich hier vereinigt. Es ist .ein Buch zum Lachen, zum Weinen und zum stillen Sinnen. Man kann darin blättern und man kann es ununterbrochen lesen. Dem Forscher aber wird es auf viele vieleFragen zur Kunde des jüdischen. Volkes u. seiner Psyche Antwort geben. Ein bisher ungebührlich vernachlässigtes Gebiet der ׳jüdischen Wissenschaft, die Volkskunde, hat hier eine glänzende Hevanche gefunden״•' Frankfurt a. M. X Kauffmann, Verlag:, Verantwortlich für die Bedaktion: Dr. JL Fre imann in Frankfurt a. V. Für die Expedition: J. Kauffmann, Verlag in Frankfurt a. X. Druck von IL ttzköweki in Berlin.