Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 4 (Juli-August 1906)
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 und des Judentums in Marokko, gegenwärtig mit erhöhtem Interesse begrüsst werden. Leider lässt die von Herrn Slousch* gebotene Studie sehr viel zu wünschen übrig. Das erste Heft, das ich eingehender durcbgenommen habe und das die ältesten Ansiedlungen der Juden in!Nordafrika bis zum Siege des Isläm behandelt, ist nichts weniger als’ erschöpfend und wissenschaftlich verlässlich. Man vergleiche nur die fast gleichzeitig erschienene Abhandlung von M. Hachmnth im Jan.- Febr.-Eeft der MGWJ. 1906 S. 22—68.— Hier eitrige Beispiele der Fahrlässigkeit des Herrn S. 1) p. 10 u. 3: ich weiss nicht was ביהפ׳ג של טרסיים (s. noch b. Megilla p. 26a) mit Karthago zu schaffen habe; wenn es sich um eine Stadt handelt, so ist doch an Tarsus in Oilicien (woher bekanntlich Paulus stammt, Apostelg. IX. 11) zu denken (eine cilicische Gemeinde in Jerusalem wird Apostelg. VI,;9 erwähnt). Herr S. dürfte an תרשיש gedacht haben, das vom Targum (z. B. Jer. X, 9) אפריקא übersetzt wird (nach LXX Jes. XXIII, 1); T. Ps. XLVIII, 8 hat אילפתא דטרסוסו für 2 — .אניות תרשיש) p. 11 n. 1: Simon von Cyrene, der das Kreuz Jesu trug (Mat. XXVII, 82) hat nichts gemein mit Simon Cananaios (Mt. X,4), der einer seiner Jünger war; im übrigen bedeutet Cananaios in Mt. le., nicht der Kananäer, sondern: der Zelot קנאני (wie schon Geiger nachgewiesen hat). 3) p. 15 n. 3 ״cf. le Targoum . . ou les enfants de Cham sönt appelds ערבאי די על תחומי אפריקי . . Targ. Chroniques I.“ Daraus möchte Herr S. auf die asiatische Abstammung des Nordafrikaner schliessenl Die Targumstelle die sich, übrigens II Chr. XXI, 16 findet, übersetzt lediglich den Vers והערבים אשר על יד כושים; es ist dabei natürlich zu denken an die enge Vesbindung der Südaraber mit den afrikanischen Kolonien am roten Meere. 4) p. 16 n. 2 Wenn uns Wajikra rabb. XVII (Herr S. zitiert einfach: Midrasch rabbal) sagt, dass der Stamm גרגשי gegangen wäre: לאפריקא, so ist aller Wahrscheinlichkeit nach, an eine asiati££h6 Provinz zu denken; vgl. Harkavj in Geiger’s Jüd. Zeitschr. V&|3 (dagegen Krauss^ in Monatsschr. 39, S 6 f.). 6) p. 33 n. 3 lautet wörtlich: ״les Juifs attendent encore aujourd’hui le Messie et c’est le grand sujet des contestatious entre eux et nous.“ Gehört denn diese ganz eigentümliche Bemerkung wirklich dem Zionisten Nahum Slousch an? 6) p. 43 n. 1 Ein weiteres Zitat von ausgezeichneter Akribie: ״voir un autre Texte du Midrasch (44.(ילמדנו Er hat den 4Aruch s. v. סמרטין im Auge gehabt. 7) 1 c. n. 2 ״Midrasch Tehillim 109“ das Zitat findet sich in שדט XXV (ed. Buber § 14). 8־) p. 44 n. 1* ״Midr. rabb. Genöse ch. I“, die Stelle findet sich vielmehr Gen. r. c. LXXV. 9) p. 65 n. 1 eine andere genaue Angabe ״cf. Talmud Bekoroth pous les änes qai proviennent de la Libye“; S. hat wohl an'Bech. p. 5 b תשעים חמורים לובים gedacht (s. noch b. Sabb. p 61 b חמרא לובא). — Gelegentlich möchte ich, was den gegenwärtigen Kulturzustand unserer dortigen Stammesgenossen betrifft, auf die Arbeit von Edward Westermark ״sul Culto dei Santi nel Marocco“ (im III., Bde. der Atti del XII. Congresso degli Orientalist! 1902 p. 174) hinweisen; er bespricht auch einige jüdische ״Heilige“, die sogar von der mohammedanischen Bevölkerung als solche anerkannt werden (B. Omran, dessen Grab in Tanger ist und der als Spezialist für Brustkrankheiten gilt; * R. Diuan in Tetüan; sieben heilige Brüder in Saffi, Ulad ben Schmerru sewa usw.). Ich bemerke noch, dass der Aufsatz Kayseriing’s ״Zur Geschichte der Juden in Marocco* (in Frankel’s Monatschrift 1861 p. 401 ff.) ohne besonderen Wert ist. E. P. Ghaje*-Florenz].