Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 1/2 (Januar-Februar 1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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35 Ueber das Druckerpersonal Bömbergs sind wir ungenügend unterrichtet Es muss aber ein sehr bedeutendes gewesen sein, wenn man bedenkt, dass z. B. die 952 Folioblatter umfassende 2. Biblia Kabbinica in noch nicht 8 Monaten vollendet wurde, trotzdem in dieser Zeit noch anderes erschien. Wir kennen keinen Setzer mit Namen. Als Faktoren der Druckerei waren tätig Cornelio Adelkind16) und Camillo Graecus. Als Korrektoren beschäftigte Bömberg in seiner Druckerei viele gelehrte Juden; Chijja Meir b. David17), Mitglied des Rabbinats in Venedig (er. 1510—1520), Korrektor 1519—22, der sich streng an seine Vorlagen hielt und allen eigenen Emendationen entsagte18); Jakob ben Chajjim Ibn Adonijja aus Tunis19), der Ordner der Massora (trat vor 1546 zum Christentum über), Korrektor 1520—25, der im Gegensatz zu Chijja Meir sich rühmt, seine Vorlagen berichtigt zu haben20); Chajjim ben Moses Alton*1), dessen Verdienst um die 1. Talmudausgabe Adelkind rühmt22), Korrektor 1522—27; David Pizzighettone ben Elieser23), der Arzt und Mitglied des Rabbinats in Venedig war (um 1520), korrigierte 1524 Maimonides משנה תורה. Der als Arzt und Mathematiker wie als Philosoph und Grammatiker gleich be־־ rühmte Abraham de Balmes ben Meir24) korrigierte seine Grammatik 1523 מקנה אברם, als ihn mitten in der Arbeit der Tod nahte und Kalonymos ben David aus der Familie der Kalonymiden26) das Werk beenden musste. Kalonymos als Arzt und Philosoph gleich hoch geschätzt, war auch bei dem Druck des 1524 משנה תורה beteiligt.26) Jesaja Parnas, Sohn des Arztes Elasar Parnas in Reggio 16) Vgl. oben n. 6. Den Namen Adelchind führen 1298 ein Märtyrer in Nürnberg und 1808 ein Märtyrer in Weissensee vgl. Salfeld, Martyr. S. 886. Ueber Cornelio Adilchind ben Barock vgl. C. B. 2835. Seinen deutschen Ursprung beweist Perles, Beiträge S. 211; die Vermutung von seinemUebertritt zum Christentum wiederlegt Rabbinowicz מאמר S. 34 n. 43. 17) C. B. p. 2865 und 632; Rabbinowicz ibid. S. 98; Mortara, Indice p. 13; Wiener im Anhang zum דעת קדושים von Eisenstadt S. 60; Brüll, Jahrbücher IV, 88 f. 18) Lebrecht, Talmudausgaben 8. 86. 19) 0. B. p. 2923 und 1205. 2•) Rabbinowicz ibid. S. 37 n. 21) Lebrecht ibid. S. 86. Ueber seinen Bruder Ahron vgl. Brüll, Jahrb. VII, 45. 22) C. B. p. 2858; Rabbinowicz ibid. S. 16 n. 17; Mortara S. 50; דעת קדושים S. 58. 23) C. B. 667; Steinschneider, Hebr. Ueb. S. 62 und § 206,348,681; H. B. XXI, 7 und 67; Perles, Beiträge 193f. Gtrünwald, Jüd. Centralbl. II, 93. 24) Calo Kalonymos schreibt er sich am Schluss des Buches und so nennt ihn Bömberg auch in der Vorrede vgl. über ihn C. B. 1574 und Add.; Hebr, Ueb. S. 984 und Rabbinowicz, ibid. S. 16 n. 17. 2•) C. B. p. 1871 Add. 2•) C. B. 2944 nr. 8601.