Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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171 [Für den antiken Menschen war ein Namen, speciell ein Personennamen, mehr als eine einfache Benennung; er war zugleich eine Charakteristik der betreffenden Person und bestimmte ihr Schicksal. ״Nomen est omen“. So sind denn auch die hebräischen Eigennamen der Bibel mehrfach, nach den verschiedentsten Gesichtspunkten hin, ein Gegenstand der Untersuchung gewesen (s. die Literatur hei Grunwald, Die Eigennamen des A. T. in ihrer Bedeutung für die Kenntnis des hebr. Volksglaubens, Breslau 1895, p. 3—4, zu der noch Verschiedenes hinzuzufügen ist; die neueste Monographie ist die von Moses Eriedländer, Genealogische Studien zum A. T. I, Berlin 1903). In der vorliegenden Studie hat es nun 8. unternommen, alles dasjenige zum ersten Mal zusammenzustellen, was in der Agada über biblische ״Personennamen“ (so hätte es auch richtiger auf dem Titelblatt anst. ״Namen“ heissen sollen) enthalten ist. Das Material ist mit ziemlicher Vollständigkeit gesammelt und nach verschiedenen Rubriken geordnet, nur hätte der Verf. am Ende ein alphabetisches Register der besprochenen Namen geben sollen. Unnötigerweise hat S. auch einmal (p. 26 ff.) die Grenzen seines Themas überschritten und nachbiblische Namen, wie כיתר und בלה (s. Joma 83 b), behandelt, dabei aber auch Spitznamen erwähnt (wie z. B. מרוטה und קטינא) und sogar einfache Benennungen, die mit Namen nichts zu tun haben (wie z. B. die Benennung des Elieser b. Simeon als חומץ בן יין, oder eines Gelehrten, der überall an Gastmälern teilnimmt, als בר מיחס תנלרא usw.). Eher hätte schon der Name des R. Meier erwähnt werden sollen, der so benannt wurde שהוא מאיר עיני חכמים בהלכה (Erub. 13 b). Im Einzelnen ist noch zu bemerken: p. 16: Der Name Abraham kommt vielleicht doch schon im Talmud als אבא vor, 8. Bacher, REJ 36,103. — p. 22 n. 2: Bei dem Citat aus ibn’Esra zu Ex. 2,10 wäre zu erwähnen, dass es heissen muss הנעתק מלשון נבטי anst. מלשון מצרים, da es sich um das bekannte Machwerk über ״nabatäische Agrikultur“ handelt; der Irrtum entstand durch die falsche La. קבטי anst. נבטי, s. Steinschneider, Polem. Liter. 256. — p. 26 n. 6: Die Erzählung über מרוטה hat mit der Schlange als Dämon nichts gemeinsames; der Mann wurde einfach kahl vor Furcht. — p. 47: Zur Legende über die Geburt Dina’s vgl. mein פתרוני רבי מנחם בר חלבו, p. 54; zu der über Asnath vgl. Perles, Rfi J 22,87 ff., wo noch mehr Quellen. — p. 52: Wenn Amrarn als גדול הדור bezeichnet wird (Sota 12 a), so geschah das nicht, weil sein Name als רם העם =» עם רם (?) aufgefasst, sondern weil er Ex. 2,1 als איש bezeichnet wird. — p 53-54: Die Legende über Pharao, der früher רקיון hiess, ist arabischen Ursprungs, wie das Josef Kimchi, der sie in s. Komm, zu Gen. 44,18 aufgenommen hat (wo der Name מזיון allerdings nicht vorkommt), ausdrücklich bezeugt; s. Kaufmann, Rlfij 16,145. — p. 61: Zu dem Zahlenwert von שילה vgl. Adolf Posnanski, Schiloh 1,123. — p. 69ff. wären manche Wiederholungen zu vermeiden gewesen. — p. 83:בעז ist nach der Agada auch noch identisch mit dem Richter אכצן (Baba Batra 91a), ebenso מלאכי mit עזרא (Megilla 15 a, was p. 86 nachzutragen ist). — p. 88: הפליט in Gen. 14,13 ist selbstverständlich kein Namen, sondern ein Apellativum. — Von störenden Druckfehlern notiere ich :p. 38 n. 1 Michael 1. Mischael; p. 57 n. 3 Perez 1. Perek; p. 64 1. 10 Nahmeni 1. Nalimäni; ib. n. 4Halachoth 1, Hilchoth; p. 68 Joel (dreimal) 1. Ja‘el; p. 88 n. 4 Samoel (zweimal) 1. Sema’el. — Samuel Poznanski]. SCHECHTER, S., Die Chassidim. Eine Studie über jüd. Mystik, Berlin, Jüd. Verlag, 1904. 100 S. 8° M. 1,50,