Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 169 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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169 etwas mehr Unabhängigkeit von den gebräuchlichen Handbüchern hätte sicherlich dem Buche zum Vorteil gereichen müssen. — Nachstehend einige Bemerkungen: 1) S. 8: Ich habe ״Markus-Studien“ S. 26 Anm. 2 den Versuch gemacht, die Contro verse Edujoth II, 10 mit dem Bar-Kocliba-Krieg als Hintergrund zu erklären. Jol.ianan b. Nuri (ein Zeitgenosse Aqiba’s, b. Aracbinp. 16b) sagt ib. ...משפט רשעים בגיהנם מפסח ועד עצרו!; bekannlich gibt der Talmud (b. Jebamoth 62b) dieselbe Zeit für den Massentod der Jünger A qibas an. Job an an war wohl (wie sein Namensvetter aus Thortha, vgl. jer. Ta‘anioth IV, 5) ein Gegner des angeblichen Messias und bezeichnete die in jenem Aufstande Ge* fallenen, unter dem tiefen!Eindrücke des nationalen Unglückes, als 2 —*» .רשעים) S. 11: Es ist falsch, auf Grund der bekannten Stelle Erubin fol. 18b Meier mit Nehorai zu identifizieren; die richtige La. ist sicherlich: לא ר׳ מאיר שמו אלא ר׳ מייאשה (vgl. Diqduqe Soferim Z. St.); E. Nehorai wird mit Nehemia resp. Eleazar b Arach identifiziert1). 8) S. 12: Ich weiss nicht, ob man berechtigt ist, dem Patriarchen Jehuda das Verständnis für den Trauertag um den Verlust der jüd. Selbstständigkeit abzusprechen; vgl. jer. Ta‘anioth IV. 5 ר׳ הוה דרש כ״ד עובדי ן בלע ה' ולא חמל (der Zusammenhang fordert Juda I). — 4) S. 25: vgl. auch Ber. rabb. TI.* Ende: יהי אור בנוי ומשוכלל לעתיד לבוא, sicherlich in Abhängigkeit von den ähnlichen Stellen im Sifr£ (vgl. ed. Theodor p. 18). 5) S. 45: Es ist immerhin zweifelhaft, ob Ismael Sohn eines Hohenpriesters war (Josephus erwähnt keinen Elischa; vielleicht gehörte er lediglich einer vornehmen Priesterfamilie von ״papabili“ an, die als dQXi€Qe7g bezeichnet zu werden pflegten, vgl. Jos. b. j. VI, 2.2; Schürer II8 223,36). — Der vonK. citierte Satz findet sich Tos. Sota XV (p 322) im Namen Simon b. Gamliels, was vorzuziehen ist (er spricht 1. c. von dem hadrianischen Verbot: 6 — .(שלא ללמוד תורה) S. 49: Es ist mehr als gewagt, die Schilderung des N.T. mit Graetz auf den Bar- Kochba-Krieg zu beziehen; mit grosser Wahrscheinlichkeit ist an den grossen Krieg (66—70) zu denken; vgl. Markus-Studien S. 73f.; Ha־ Goren IV, p. 37 Anm. — 7) ib: Die Mischna resp. Baraitha Ende Sota ist wohl nicht von der h drianischen Verfolgung zu verstehen; ich sehe hierin überhaupt nicht eine Darstellung der vormessianiscken Zeit, sondern eine blutige Ironie auf das erste Christentum2). Sie zählt in satirisch-polemischer Absicht die Folgen des Auftretens Jesu auf: בית ועי יהיה לזנות bezieht sich auf Erscheinungen wie sie Apoc. Joh. II., 14 f., 20 f. geschildert sind3 * * *); הגליל יחרוב kann sich wohl auf den grossen Krieg beziehen, dessen erste Phase sich in Galiläa abspielt (dagegen behauptet Biichler JQR. XVI., 143 f, dass die Schauplätze des Bar- Kochba-Krieges lediglich in Judäa zu suchen seien); man mochte auch Galiläa wegen der Vaterstadt Jesu gewählt haben. חכמת סופרים תסרח mag die in der ersten Zeit mangelhafte Polemik der pharis. Gelehrten ף Für Letzteres war wohl mit der Umstand massgebend, dass der Ausspruch Nehorais Aboth IV, 14 wie auf den Leib Eleazer’s zugeschnitten scheint; vgl. Bacher, Agada der Tännaiten 1(1 Aufl.) S. 77 Anm. 3. *) עקבות המשיח kann auch schwer ״beim Herannahen des Messias“ heissen; die Phrase ist natürlich dem Satze Ps. 89,51 nachgebildet. 3) Es handelt sich um Balaamiten und Nieolaiten, die sich ins junge Christentum eingeschlichen haben dürften; über ihre Erwähnung im Talmud vgl. Jellinek, Littbl. des Orient 1849 S. 478 f.; Geigers jüd. Zeitschrift VI 31f.; Schürer, Theol. Litztg. 1900 Sp. 650.