Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1904)
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 91 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2254995-7565913-7600144--1549-2256477- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
91 sterjums eine Studienreise durch Bibliotheken1), aus denen er einzelne Notizen und grössere bisher uoedierte Schriften herausgab. Das XII. u. XIII. Heft der bei Teubner in Leipzig erscheinenden Abhandlungen zur Geschichte der Mathematik (1902) enthält ״Urkunden zur Gesch. d. Mathem. im Mittelalter und der Renaissance“, her. v. M. Curtze, in zwei Teilen. Die 1. Nummer ist ״Der über Embadorum des Abraham bar Chijja Savasorda in der Uebersetzung des Plato aus Tivoli“ (S. 3—183). Dass diese lateinische Uebersetzung aus einem hebr. Texte (2(חבור המשיחה והתשבורת) jenes Abraham stamme, habe ich vor 40 Jahren nachgewiesen, indem ich ihn in dem Namen Savasorda erkannte; den nicht übersetzten hebr. Epilog, von specifisch jüdischem Interesse, habe ich, hinter משגת המתת (Beilage zurH.B. 1864 n. 40 zum 70. Geburtstage von Zunz), herausgegeben. Curtze hat die höchstinteressante Entdeckung gemacht, dass Leonardo Pisano, genannt Fibonacci, dessen ״Practica Geometriae“ bisher als die Hauptquelle für die Einführung arabischer Geometrie in Europa galt (so dass Fürst B. Boncompagni dieselbe zum Mittelpunkte seiner so ausgebreiteten Studien über Geschichte der Mathematik machte) nicht nur die Anordnung des lib. Embad. zum Vorbild nahm, bis auf eine in die alte Methode zurückfallende Inconsequenz, sondern auch einen grossen Teil der Sätze bis auf die Zablenbeispiele, zum Teile wörtlich, entnommen hat (vgl. Oriental. Litteraturzeitung, her. von Peiser, 1901 S. 93, wo der Namen Savasorda unkorrekt gedruckt ist). Curtze edierte unter der Ueberschrift: ״Urkunden zur Geschichte der Trigononaetrie im christlichen Mittelalter“ in der Bibliotheca Mathematica, her. von G. Eneström (3. Folge Bd. I, Leipz. 1901 S. 321—37) ein Specimen aus dem lib. Embad.; zu S. 330 bemerkt C.: ״Die Sehnentafel Savasorda’s dürfte wohl die älteste sein, welche in einem lateinisch geschriebenen Werke nachweisbar ist. Das Buch ist 1116 übersetzt“. Die zuerst erwähnten Urkunden geben in der Einleitung S. 5 im Auszuge, was ich in der Bibliotheca Mathem. 1896 S. 33 (Artikel: Mathematik bei den Juden) über Abraham b. Chijja und seine mathematischen Schriften zusammengestellt habe, dann das ganze lateinische Buch mit deutscher Uebersetzung. Von einer Benutzung des hebräischen Originals ist hier Nichts zu erwarten gewesen; auf anderen Gebieten würde man kaum so verfahren; aber Curtze erklärte (S. 1), dass es ihm nur um das Verhältnis der lateinischen Ausgabe zu Leonardo Pisano zu tun sei. Ich hatte 9 Eine Studienreise, Centralbl. für Bibliotheksw. 1899 S. 267—306. 2j משיחה ist ein Arabismus (מסאחה), wovon wieder מושח (Geometer) bei Pälquera ראשיה חכמה S. 42 K. 12 Z. 6.