Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 2 (März-April 1904)
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 51 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Mark wöchentlich nehmen sollte“. Dabei wurde auch u. a. festgesetzt: ״Wollte der Jude hei dem alten Eide der Juden schwören, so bleibt er von der Strafe frei, wenn man ihn nicht durch Zeugen überführen kann“• Den ״alten Eid“, auf den in jenem Statut hingewiesen wird, konnte Wiener, wie er bemerkt *), ״leider nicht auffinden“; er ist jedoch durch das vor kurzem veröffentlichte Osnabrücker Urkundenbuch, dessen 4. Band im Aufträge des dortigen Historischen Vereins von Max Bär im Jahre 1902 herausgegeben worden, uns zugänglich gemacht. Unter Nr. 662 8) begegnen wir daselbst sub ״Undatierte Briefe“ dem ״Judeneid“, der nach einer Niederschrift auf einem Pergamentblatt des Osnabrücker Stadtarchivs folgenden Wortlaut hat: ״Dat du des unschüldich bist der ticht* * 4 * *), de di N. tiget, dat di also helpe Got, deselve Got de dar was, en lof unde gras, de den hemel hof unde de erden schof unde bi der heiligen es), de Got gaf Moyse, uf den berge to Synai in ener stenen taflen, de Moyses brechte, di an dinen gesiechte. Uf tu menen et sveres, dat di swike•) Abraham, Ysaac unde Jacob unde de vif boke Moyses; of tu menen et sveres, dat di verslinde de erde, also dede Dathan unde Abiron unde Gomorra, of tu menen et sveres, dat du werdes gewandelet in ene salte sul, also Lothes wif wart, darumbe dat se weder sag, do se van Sodoma gink; of tu menen et sveres, dat di besta de masersocht7), alse bestont to rechte Jeti heren Elisens knechte; of tu menen et sveres, dat diverbeme dat hellesche var, dat verbrande de Eindere dor heren Helisens gebedes willen. Dat diso et recht unde unmene si, dat di also helpe Adonay, of tu desen manne Unrechte svoren hebbes, dat din sat8) nummer mer tot anderen 8ade menget werde, noch din vles9) tor heiligen erden; of din et unrecht si, dat du verwiset werdes tor ewigen dusternisse, darinne svikene sis sunder ende. Spek amen“. Allerdings bietet, wie mir Herr Dr. Brann unter Hinweis auf Stobbe ״Die Juden in Deutschland während d. Mittelalters“ S. 157ff. und seine ״Geschichte der Juden in Schlesien“, S. 86 Anmerkg. 2, *) Ibid. S. 340, A. 2. *) S. 424. Bär citiert daselbst Müllenhof und Scherer, Denkmäler Nr. 100. 4) ticht (das Zeihen) Anklage, Beschuldigung, Verdächtigung, s. Lübben, Mittelniederdeutsches Handwörterbuch, 1888, S. 403. *) Gesetz, namentlich das göttliche, s. Lübben a. a. O. S. 90. *) Lübben a. a. 0. S. 396 verzeichnet: swiken — weichen, entweichen sowie swlk Falschheit, List, Betrug. י) Aussatz, vgl. maselsuke (-sucht) bei Lübben a. a. 0. S. 220. *) Aussaat, Nachkommenschaft, 8, Lübben a. a. O. S. 316. *) Fleisch, s. Lübben a. a. 0. S. 483: vlfisch (?18*).