Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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164 Jahresberichte der Landes-Rabbinerschule in Budapest]. Buctapest, 1902. 194 S. 8°. [Der verdienstvolle Redakteur der einzigen in ungarischer Sprache erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschrift ״Magyär-zsidö Szemle״ liefert uns in vorliegender Schrift eine gediegene Arbeit. Der Verf. geisselt in der Einleitung jene Kritik,: die mit dem überlieferten Text völlig nach eigenem Belieben verfährt. ״Man sollte sich*, bemerkt er, ״stets vor Augen halten, wie lenkbar der von einer Theorie beherrschte menschliche Verstand ist; er schlägt die ihm gewiesene Bahn ein und findet unfehlbar, was er sucht. Im Grunde genommen, sucht er, was er bereits gefunden. . . ״ (S. 3). Die Arbeit, weiche als, Vorstudie zu einer Textgeschichte anzusehen ist, zerfällt in drei Teile: 1. Die äussere Gestalt der aithebräischen Bücher; II. Die innere Gestalt der althebräischen Bücher: III. Aufbewahrung und Vertrieb der althebr. Bücher, und behandelt: 1. SchreibstofFe, 2.Form der Bücher-, 3. Umfang der Bücher,' 4. Aeussere Grösse der Bücher, 5. Verbreitung der Bücher, 6. Kolumnen und Ränder, 7. Liniierung und Zeilen, 8. Schrift u. Schreiben, 9. Hüllen und Behälter, 10. Schreiber und Korrektoren, 11. Buchhandel und Buchpreise. Hierzu: Vorwort und Einleitung und Stellen- und Wortregister. Und nun einige Bemerkungen: S. 11 סופר, heisst auch Lehrer; ומחוקק (Gen. 49,10) übersetzt Pseudojonathan: ספרין. S. 19 No. 2 דפתרא, vgl. Gen. rabba 1,1. S. 34 No. 2, vgl. hierzu Jelamdenu Dt. S. 163 a. 5. 37: ״Was aber die Ursache der Loslösung des (Ezra) .. . gewesen ist, hat Zunz . . . nicht angegeben.* Z. G. V. II S. 30 schreibt hier- Über: ״vielleicht hat die Hochachtung vor Ezra dem Sofer auch einigen Anteil daran,״ Dieser Grund ist allerdings nicht ausreichend Diese Frage hat aber längst Nachmanides, was allerdings dem Verf. entgangen ist, in sehr befriedigender Weise gelöst. In seinem Bibelkommentar Anfang Exod. schreibt er: . . . ואלה שמות בני ישראל הבאים מצרימה hat schon eigentlich oben, Gen. 46,8, mit denselben Worten gestanden: . . . ואלה שמות בני ישראל הבאים מצרימה. Die Wiederholung dessen findet hier aber aus dem Grunde statt, um damit zu zeigen, dass mit derselben Stelle der geschichtliche Faden wieder aufgenommen wird, nachdem er durch die Einschaltung von Jakob’s Segen und dessen zeitlichem Ende eine Unterbrechung erlitten hat. Dasselbe Beispiel, fährt Nachmanides fort, finden wir auch anderswo. Die Chronik hört bekanntlich bei der Rückkehr aus dem babylonischen Exile auf. Das Buch Ezra behandelt hauptsächlich den Wiederaufbau des zweiten Tempels. Um nun den geschichtlichen Zusammenhang anzuzeigen, hat man die zwei letzten Verse der Chronik dem Buche Ezra vorausgesetzt. (S w.) S. 68: ״Die Chronik, (Ezra mitgerechnet, jene 48, dieses 18 S. stark), füllte eine Rolle, die Genesis und Exod. aufnehmen konnte. Es wurde also beim Ende dos judäischen Staatswesens ein Einschnitt gemacht und das Werk in eine vor- und nachexilische Geschichte zerlegt“. Damit ist aber das Gleichgewicht nicht hergestellt. Eine Zerlegung in drei Rollen würde dem Verhältnisse der andern Bücher mehr entsprochen haben. Die Chronik ist um ein Sechstel grösser als der Psalter, warum ist dieser in 5 (ibidem S. 69—60) und jene in zwei und noch dazu in sehr ungleichmässige Rollen zerlegt worden? Offenbar darum, weil die Chronik und der Ezra, der Abfassungszeit nach, zwei verschiedene Werke sind. [Wahrscheinlicher aber bildeten sie stets zwei Rollen]. Ibidem: ״Zur Wahrung des Zusammenhanges . . . war die Gepflogenheit, den letzten Vers der vorhergehenden Rolle ... zu Anfang der folgenden . . .,