Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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75 die Tätigkeit der Rabbinen, die Beziehungen zu anderen Gemeinden u. v. a., sozusagen die jüdische Seite der Frage, fallen bei dieser Behandlung aus. Sieht man von diesem Mangel ab, der nicht ein per- , sönlicher des vorliegenden Buches, sondern ein systematischer ist, dann ist die Monographie von Ciscato, als in ihrer Art sehr wertvoll und vollkommen, mit Freuden zu begrüssen und ihr wegen der Fülle des Gebotenen und der objektiven Behandlungsweise Verbreitung zu wünschen. — Der Verf. behandelt zunächst die erste Niederlassung der Juden 1369 und ihre günstige Lage unter den Fürsten von Carrara bis 1406 (p. 11—32). Unter der Herrschaft der Republik Venedig beschreibt er Lage und Leben der Juden in ihren verschiedenen Be- Ziehungen. Die Juden als Banquiers, das wechselnde Bedürfnis nach Credit, den Zinsfuss, ihre christlichen Neider und Concurrenten (33—72), die Einschliessung ins Ghetto (1603) nebst Beschreibung seiner Begrenzung (73—94), die Tätigkeit der Juden in Handel, Industrie und Gewerbe (96—130), die Stellung der Kirche und Geistlichkeit zu den Juden (131—176), das Verhältnis von Staat und Commune zu den Juden, Steuern, Darlehen (177—194), Aufruhr und Gewalttätigkeiten gegen die Juden (196—212), die Beziehungen der Juden zur Universität und zu den Studenten als Kaufleute, Geldleiher und Studierende (213—222), endlich die Befreiung durch die Franzosen (223—228). Die Darlegungen des Verfassers werden gestützt durch die Mitteilung von 89 unbekannten Documenten von 1380—1800 aus den Archiven von Padua und Venedig. Auch die Juden in der Provinz P. sind in die Behandlung mit eingezogen. Hervorgehoben werden muss, dass wiederholt angedrohte oder schon beschlossene Judenvertreibungen unterbleiben mussten, weil die Universität erklärte, dass ohne den Handel und die Darlehen gegen billigen Credit, wie die Juden sie gewährten, die Studenten nicht bestehen könnten (p. 117), ferner wie oft und in welcher Höhe Darlehen ä fönds perdu an Staat und Commune gewährt werden mussten. Wichtig ist ferner, dass die einst blühende Seidenindustrie in Padua, die der ganzen Gegend Wohlstand und Beschäftigung brachte, von Juden begründet und fast ausschliesslich gepflegt wurde (122 fl.). Interessant sind auch die verschiedenen Abgaben, zu denen die Juden gegenüber der Universität und den Studenten verpflichtet waren (211 ff.). Zum ersten Male wird durch den Verfasser ein jüdischer Dichter namens Sema Cuzzeri (צמח קחנו) bekannt, der in einem ital. Gedicht das Ghetto von Padua beschrieben und die Judenverfolgungen von 1684 ganz so wie der ״Pachad Jizchak“ von Is. Ch. Cantarini (der Verf. nennt als Titel freilich S. 203 ״Paschad“??) schildert. — Das Werk ist des Lattes’ Preises, den es erhalten hat, würdig und wird von jedermann mit Nutzen gelesen werden. J. E.] CLEEVE, L., Woman and Moses. London, Hurst, 1902. 302 S. 8*. CORNILL, C. H., Die metrischen Stöcke des Baches Jeremia, reconstruiert. Leipzig, Hinrichs, 1901. XIV, 40 S. M. 1,50. DAVIS, NINA, Songs of Exil«, by Hebrew poets. Philadelphia, Jew. Puhl. Soe., 1901. 146 S. 8«. 75 c. DELITZSCH, FRIEDE,., Das Buch Hiob. Neu übersetzt u. erklärt. Leipzig, Hinrichs, 1902. 122 S. 8Ü. M. 2,50. -Ausgabe mit sprachlichem Kommentar. Leipzig, Hinrichs, 1902. 179 S. 8°. M. 6.—