Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 77 — MANUEL EUGENE, (A Ja memoire de) Lyon, A. Storck & Öie., 1901. 44 S. gr. 8°. . MARGIVAL, H., Essai siir Richard Simon et la׳ critique biblique au XVIIe siegle. t Paris, Maillet, 1900. XXVIII, 336 ß. fc°. MAYBAUM, S., Die. ältesten ״Phasen in ״der Entwickelung der jü- ‘ disclien. Predigt. (=־* Wissenschaftliche Beilage zum XIX. Bej rieht, der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthnms in Berlin): Berlin, 1901.44 ׳ S. 8°. * : ־ ( [Der Verfasser behandelt die Entstehung und den Entwicklungsgang 1 deri jüdischen Predigt in so anschaulicher Weise, dass seine Aus- י Jübrungen als gründlegend für weitere 1 Untersuchungen auf diesem Gebiete zu *betrachten sind. Es ist einleuchtend, dass die Homilie zu keiner Zeit, 1'auch nicht in der ältesten, der Willkür eines jeden Redners anheim .gestellt war. Aesthetischer Geschmack war, stets der leitende!Punkt,״ dem im Gotteshause oder ausserhalb desselben nachgestrebt wurde. Soll ja doch die Predigt auf Gefühl und Herz einwirken, wie ' vermag sie dies aber, wenn sie sich nicht einmal Gehör verschaffen kann? ' Auch die alte Homilie muss gewisse rhetorische Schönheitsformen angenommen haben. Von diesem einzig * richtigen Gesichtsptiükte aus, behandelt nun Maybaum die* alte jüdische Predigt, und an der Hand der altern. Haggadawerke, wie Genesis rabba, Pesiktba de R. K. u. m. a. gelang es ihm, deren ältere Form; in allen ihren Teilen nachzuweisen. Sie. setzte sich aus folgenden Bestandteilen zusammen: a) Perikopentext; b) Anknüpfungsformel; c) Proümialtexte d) Uebergangsformel und endlich e) Perikopentext. (S. 16—17). An der Hand dieses Kriteriums lässt sich mit Leichtigkeit erkennen, was im'Läufe derZeit in unsern Midrasch werken interpoliert *wurde (S. 31 ff.). Die hier bezeichneten Stellen sind zumeist zutreffend. — Doch enthält , Gen. r. durchaus nicht :die älteste Form der, jüd. Predigt; ein Schema derselben, wenn nicht die Predigt selbst, hat sich Vielmehr in den Tanchumasammlüngen und״ der P. r. erhalten. Die älteste Predigt, meint M., sei in der Regel mit einer halachischen Erörterung introdueiert worden. Die Jelamdenu - Formel sei darum uralt, was M. zum .Ueberfluss aus Gen. r. beweisen will (S. 6-7). Diesen Punkt betreffend, < sei mir < gestattet folgendes zu bemerken. Das* Alter der Jelamdenu- Vorträge glaube ich in meinen Likkutim (Th. I, S. 3 b). nachgewiesen zu haben. Wie ichז mich nachträglich überzeuge, stand diese Form schon in‘ der Zeit* der altern Mischnah-Lehrer in Brauch. Die Mechilta (ed. •Friedmann S. 31 b) berichtet wörtlich: . . * ילמדנו רבנו השותה מים לצמאו כיצד הוא מברך אמר להם בורא נפשות . . . אמרו.לו למדחנו ,רבנו השותה (Redensarten, die noch heute häufig in der P. r. angetrofien werden!) מים לצמאו ״ . . למדנו רבנו באי זו זכות זכה יהודה למלבות אמר להם רבי טרסון ־ . אמר להם כשעמדו . .. . Hier haben wir die־ ganze Oeconomie der spätem Derascha, nur mit dem Unterschiede, dass hier der halachischen Frage, noch eine haggadische voranging, und dass anstatt ילמדני der Anredeformel למדנו gebraucht wird. Uebrigens ist erstere anderweitig mehrfach belegt.‘ Das hohe Alter wird man darum dem Midrasch Je- laipdenui namentlich wie er aus der׳ Hand des ersten Redactors hervorgegangen .ist,, schwerlich bestreiten können. Noch ist zu bemerken: S. 2 hätte auf Sefer ha-Likkutim ibid. S. 4 verwiesen werden sollen. Die Formel: ר׳ ... פתח זש״ה [in der Pesiktha r.] (S. 16' unten), kommt