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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-05-01 · 3 (Mai-Juni 1896) · p. Seite 84

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
3 (Mai-Juni 1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
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bleibt es anheimgestellt; die Gonsequenzen zu ziehen. In den einzelnen Kapiteln behandelt S.: Die Propheten, die Entstehung der Religionen, die Lehren, den Kultus (die Opfer —' fehlt im Inhaltsverzeichnis — die rothe Kuh, das Wasser; der Jordan), die Abgesonderten, den Tod der Propheten, die Seele (im Innern der Erde), das Paradies, die Huris, Seelenwanderung und Nirvapa, die Auferstehung. Die Arbeit beruht nicht auf Quellenstudien (״Midrasch zu Deuteronomium•* wird S. 102 nach Güdemann, ״Pirke Rabbi Elieser“ S. 122 nach Giuseppe* Levi citiert); es sind vielniehr Lesefrüchte, die hier‘211 einem Gänzen vereinigt uns geboten werden. Die Darstellung ist schön, aber nicht lebendig. — Die allgemeine Menschenliebe möchten wir nicht mit dem, Verf.* (S. 11) als das Ziel aller Religionen hinstellen. Zu S. 51 Z. 11 veigl. bab. Pesach. f. 28b. (Df. Mandelkern hat gelegentlieh einer mündl. Unterhaltung die betreffende Talmudstelle sehr geistreich mit Prov. 24,21 und der politischen Richtung R. Akibas in Zusammenhang gebracht)./ S. 60 Z. 10 v. ü. ist die Uebersetzung von עזב תעזב עמו (II M. 235), mit ״versäume gern das Deine um seinetwillen“ falsch. S.70 Z. 12 ist gleich bab. Berachloth 55a; ועכשיו שלחנו של אדם מכפר עליו ,vergl. das. fol. 9.— Woher hat Verf. (S. 87), dass die Nasiräer vsich ein Gelübde ״wegen glücklich überstandener Gefahren“ auferlegt? Ein Buch ״W c i s s t e i n . Geschichte der Essäer“ (S. 92 Anm/*) und S. 93 Anm.**)) giebt es unseres Wissens nicht; gemeini ist aber N. J. W einstein, ׳Beiträge zur Geschichte der Essäer (Wien 1892). Nach Weinst. S. 91 ist hier (S. 91 Z. 12 v. u.) für das unversändliche ״Erforschung des Gesetzes“ zu lesen .Erschwerung des Gesetzes.“ Logos und Metatron zusammenzustellen (S. 92), ist mindestens gewagt. Für den Glauben ״der alten Juden“ sollte nicht ״Nischmat chajim“ (so, ohne Angabe des Verf. und der Edition!) als massgebend angeführt ,werden. lieberhaupt scheinen uns die letzen Kapitel mehr über Raum und Zeit erhaben, als die ersten. Während hier mit peinlicher Genauigkeit das Princip festgehalten wird, nur das als jüd.-religiös anzusehen, wofür ein Beleg in der Bibel vorhanden ist 'und nicht einmal die talmudische Halacha berücktichtigt wird, werden dort die Schilderungen vöm Tode Moses (S. 1Ö1—102) und die Pirke d’ R. Eliesef (S. 121-^-122) als ״jüdische Tradition“ sanctioniert. Ob man in populären Schriften in bibelkritischen Dingen gelehrt thun muss, bleibe dahingesteDt. Jedenfalls wird man verlangen dürfen, das nicht strittige Hypothesen als Axioma hingestellt werden. ,S. 9 Anm. lesen wir: ״Weder Zoroaster noch irgend einer der Religionsstifter hat schriftliche Dokumente hinterlässen, ausser Moses: die Bundestafeln UndMuhamed: den Koran.“ Was den Koran betrifft, so braucht man nur S. 16 und 39 die Ausführungen des Verf. selbst zu lesen, um von der Unrichtigkeit des Gesagten überzeugt zu sein. Was aber Moses betrifft — S. 45 ist von ״seinen Gesetzen“ und dann wieder von den ״Worten Gott esw die Rede — so sind über seinen Antheil am Pentateuch die Acten noch nicht geschlossen. Wenn wir den Boden der Tradition verlassen, befinden wir uns in der Luft. Was über Quellen und Composition des Pentat. gesagt wurde, ist vorläufig noch sehr hypothetisch und hätte hier der Verf mindestens so vorsichtig sein sollen, wie bei den Psalmen, von welchen es (S. 112) heisst ״Der oder Die Verfasser der Psalmen“! An mancher Stelle wäre mehr Vorsicht im Ausdruck am Platze gewesen. So heisst es S. 14 Z. 2 v. u. ״Aber was darüber mitgetheit wird, gehört in das Reich der Sage“. Wir sind überzeugt, dass Verf. das, was vorhergegaogen, auch nicht als baare Münze hinnimmt.

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