Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band III. 1860
- Issue
- No. 16 Juli-August
- Date
- 1860-07-01
- Page
- [Seite 71] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2249537-7176707-7176714--0373-2249897- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
62 [951 eben 80 seltene als erfreuliche Erscheinung ist, fast nur grossere und ״Wissenschaftliehe״ Abhandlungen, wir glauben nemlich (gegen unsern geehrten Freund Luzzatto S.16, aber keineswegs als Vertreter des jüd. Journalismus), dass man die hebräische Sprache fördern könne, ohne die Welt mit jugendlichen Träumereien zu unterhalten, und dass autobiographische Rückblicke, wie sie grade das alte Judenthum fast gar nicht kennt (auf Leo de Modena wird sich L. wohl nicht berufen wollen), auch nur ein bedingtes Material für den Kritiker bieten. So hätten wir denu gewünscht, dass L. seine, vor 36 Jahren geschriebene Einleitung zu Kohelet nicht heute als Beweis seiner frühzeitigen freien Forschung ohne die angedeuteten wesentlichen Modiücationen nach seiner jetzigen Ansicht veröffenlicht hätte. Eine sehr scharf־ und nicht minder frei-sinnige Ansicht über die Abfassung des Buches Esther auf die Begebenheiten unter Ptol. Philopator (dessen Namens-Paraphrase אח-ש-רש sei), worauf sich auch der CXHI. Psalm (הלל המצרי) beziehen soll, giebt Jakob Levy in Breslau. Von Geiger erhalten wir weitre Beitrage zu seinen in dem Buche ״Urschrift“ niedergelegten Grundansichten, die jedenfalls über manches Schwierige und Dunkle Licht verbreiten, und schliesst sich ihnen die Erläuterung einer Miscknastelle (Chagiga II, 2) v. J. Levy an. Mit dem Brief Luzzatto7s an M. I. Landau vom J.1834 über die Punktation des, Targum haben wir den ältern Literaturkreis geschlossen. Texte von mittelalterlichen unedirten Schriften, welche eine Hauptrubrik jeder hebr. Sammelschrift bilden sollten, sind auch hier ziemlich vertreten. Luzzatto giebt Gedichte aus dem Divan Jehuda ha-Levi7s> wobei man freilich daran erinnert wird, dass trotz der ausposaunten Bestrebungen für unsre Literatur und die hebr. Sprache es noch nicht einmal möglich geworden, die Gedichte unsrer Klassiker anders als in zerstreuten Mittheilungen oder schlechten Texten, oder in Bruchstücken mit weitläufigen, aus den Schriften Anderer zusammengeflickten Notizen, zu veröffentlichen. — Ein, nach Goldberg’s und Neubauer’s Abschrift aus Cod. Paris 286 mitgetheiltes Fragment (S.92 steht *B) des כתב תמים von Mos. 1חק (s. oben S. 26, und die Citate bei Landshuth, Amude S. 223 unter Mos. b. Chisdaiג wo noch eine Mittheilung Kirchheirris in der A. Z. d. J. von einem früheren Jahre fehlt) erweitert unsre Vorstellungen über den Kampf im 13. Jahrh., dessen bisher bekannte gedruckte und ungedruckte Literatur sich fast nur auf die Länder arabischer Cultur, Weniges auf Frankreich und Italien bezog. Hier sehen wir, wie gleichzeitig mit Elasar Worms, — der gewissermassen die, freilich kabbalistisch gefärbte, Philosophie in Deutschland vertritt, und namentlich von den Schriften Saadia’s influirt scheint, — die asketische Schule des ״Chasid“ (Jehuda, auf dessen Schriften sich unser Moses gern beruft) im Nordosten Europa’s bereits zur Verketzerung des Spiritualismus gekommen, wie ihn Saadia, Maimonides und selbst Ihn Esra gelehrt. Wir sehen aber auch zugleich, wie von diesem Fanatismus weit weniger literarhistorische Kritik geübt wurde als von Dogmatikern, wie Maimonides, und er ohne Weiteres, was in seinen Kram nicht passt, für Erdichtungen der Ketzer ausgiebt (S.62). Aber Kirchheimי der es selbst hervorhebt (S.55), dass unser Autor den Maimonides für den Hiob-Comm. des Nachmanides verantwortlich mache (s. S.66), will doch in einem Citate desselben einen Beleg finden für die neueste Hypothesenmacherei, die sich für Geschichte ausgiebt, und mehr verwirrt als aufklärt. Es werden also die Citate und Berichte dieser Schrift mit um so mehr Vorsicht aufzunehmen sein. Dahin gehört z. B. das 'D החיים v. Ibn Esra (S 96), von dessen Tod durch Schedim unter den ״Engländern“ (איגלאנס ist wohl Druckf.) der Vf. von letzteren selber gehört haben will (S.97). So ist z. B. die Autorschaft des um 1123-42 lebenden Jakob tb. Simson (S.59) durchaus nicht gesichert (s. Calal. p.2601). So soll C'D’n טי שפירש רברי (heisst das der ״Chronist“ Abraham b. David?) berichten, dass Saadia 13 (sic) Jahre im königl. Gefängniss etc. •JEs ist natürlich unsre Absicht nur, die geringe Autorität solcher Schriftsteller anzudeuten. —- Mortara bringt aus einer nicht näher bezeichneten HS.1) ein für die neue Kabbala des 13. Jahrh. interessantes Schriftchen (oder י) Eine nähere Bezeichnung war um so wünschenswerter, als dieselbe auch das