Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1917 (über das Jahr 1916) 2. Ex.
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2153553-10577921--612-2154309- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
hilflose hier ansässige Bedürftige erhalten, soweit die öffentlichen Unterstützungen nicht ausreichen, Beisteuer. Erwerbsfähige Notleidende erfahren Hilfe und Förderung, uw durch Arbeit ihr Leben fristen zu können, hilfesuchende haben immer eine diskrete, wohlwollende, sachgemäße Untersuchung ihrer Lage, und soweit als möglich, einen in Rat und Tat bestehenden Beistand zu erwarten. Ruf Grund dieser Richtlinien wurden im Jahre 1916 an 1781 Familien und Einzelpersonen (1640 im Vorjahre) Unterstützungen gewährt und hierfür die 5umme von Mk. 298 378.39 verausgabt (IRK. 258 011.40 im Vorjahre). Mit diesen Zahlen erreichten die Ausgaben eine bisher nicht dagewesene höhe, doch sind in erfreulicher Weise auch die Einnahmen entsprechend gestiegen. Die Zuschüsse der unten namentlich aufgesührten Behörden, Stiftungen und Wohltätigkeitsanstalten wuchsen angemessen und in edlem Wetteifer haben unsere Mitglieder und Freunde eine außerordentliche Gpferwilligkeit bekundet. Die Jahresbeiträge stiegen von Mk. 18 104.— auf Mk. 19 464.—, die Spenden zur Verteilung von Mk. 74 447.— auf Mk. 81109.— und die Beiträge für Spezialfälle von Mk. 125 009.— auf Mk. 176 640.—. Zuwendungen in solchem Maße bezeugen das Einverständnis unserer Mitbürger mit Zweck und Ziel unseres Wirkens und die Bereitwilligkeit, uns in vertrauensvoller Weise die dazu erforderlichen Mittel zu gewähren. Wir danken herzlich für diese Betätigung menschenfreundlicher Gesinnung und erblicken in ihr einen Ansporn zu weiterer eifriger Arbeit. Die außergewöhnliche Dauer des Rrieges und dessen nicht vorherzusehende Folgen lassen eine Minderung der Rot für die nächsten Jahre kaum erhoffen. Leider ist eher das Gegenteil zu befürchten. Auch im verflossenen Jahre stiegen die Aufwendungen in solchem Maße, daß es nur durch die Gpferwilligkeit unserer Freunde gelungen ist, das entstandene Defizit zu decken. Erneut bitten wir deshalb ebenso herzlich als dringend: Treten Sie dem fllmolenkalten als Mitglied bei, oder erhöhen Sie Uhre Beiträge und bedenken Sie uns auch weiterhin bei Freud und Leid. Auch in diesem Jahre galt unsere Aufmerksamkeit der Fürsorge für verlassene und schutzbedürftige Rinder; unter unserer Sammelvormundschaft befanden sich im Laufe des Jahres 170 Rinder; weitere 15, die nicht der Vormundschaft unterstehen, mußten versorgt werden. Der Unterhalt dieser Rinder verursachte einen Rostenaufwand von Mk. 26 184.— (im Vorjahre Mk. 16 422.—) hierzu trugen bei: Der Israel. Hilfsverein und der Almosenkasten je Mk. 6000.—, das Jugendamt Mk. 9044.—, die Adelheid Geiger-Stiftung Mk. 2250.—. Der Rest wurde durch den Verein Rinderschutz, die Tentrale für private Fürsorge, den Landeshauptmann und Freifrau Wilhelm von Rothschild aufgebracht. An größeren Zuwendungen erhielten wir im verflossenen Jahre: Mk. 5000.— Legat von Frau Therese Emma Bock. Mk. 11 200 5 °/g Rriegsanleihe von Familie heinr. T. Bauer. Die Familie heinr. T. Bauer hat bis Ende 1916 in hochherziger Weise zusammen Mk. 13 200 5°/),Rriegsanleihe gespendet, welche die Grundlage für eine heinr. T. Bauer-Stiftung bilden. Unsere seit Jahren bestehende Einrichtung, Grabdenkmäler und Grabstätten auf dem hiesigen Gemeindefriedhof zu unterhalten und für deren Ausschmückung zu sorgen, wurde weiter in steigendem Maße benutzt, einBeweis, daß diese Einrichtung allseitige Anerkennung findet. Die höhe der für die Unterhaltung der Grabdenkmäler und Grabstätten bar zu entrichtenden oder testamentarisch zu bestimmenden Summe richtet sich nach dem Grade der einfacheren oder reicheren gärtnerischen Ausschmückung. Oer hierfür feltgeltellte Uarif wird non unterem Sekretariat auf Wunich gerne zugeiandt. Nicht genügend bekannt ist unsere Einrichtung, Verteilungen, die aus Anlaß von Beerdigungen erfolgen sollen, zu besorgen. Leidtragende Familien, die von unserer Einrichtung Gebrauch machen, entgehen dadurch den Belästigungen, die bei derartig traurigen Fällen gar häufig zu Tage treten. Unsere Pfleger sind angewiesen, die zu gedachtem Zwecke eingehenden Gaben sofort zu verteilen. Im neuen Jahre erlitt unser Pflegamt einen herben Verlust durch den Tod des Herrn Rommerzienrat Bernhard Rahn. Der verblichene gehörte seit 1905 unserer Verwaltung an und bei seiner hervorragenden Befähigung und Neigung für gemeinnützige Tätigkeit und seinem ausgeprägten Wohltätigkeitssinn war er stets ein eifriger Förderer unserer Bestrebungen. Wir werden dem liebenswürdigen Rollegen und Freund dauernd ein dankbares Andenken bewahren. Turnusgemäß schied Herr Max Wertheimer aus unserer Verwaltung aus. Für seine langjährige verdienstvolle Mitarbeit schulden wir aufrichtigen Dank. -- . STADTBIBLIOTHEI FRANKFURT AM MAU s_J