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Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ... · 1916-01-01 · 1916 (über das Jahr 1915) · p. [Seite]

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Journal
Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
Volume
1916 (über das Jahr 1915)
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Deutschlands durch dessen Abschließung an, die zwar nie zum Ziele führen wird, aber doch eine wesentliche Verteuerung der Lebenshaltung hervorruft. Unter diesen Umständen ist es zu verstehen, daß weite Kreise der Bevölkerung schwer geschädigt wurden, in Not gerieten und die Unterstützungen des Staates und der Gemeinde nicht ausreichten, alle berechtigten Ansprüche zu befriedigen. Die private Wohltätigkeit mußte in erhöhtem Maße eingreifen und wir dürfen uns rühmen, für das Jahr 1915 Leistungen in einer höhe und Ausdehnung auszuweisen, wie niemals seit Bestehen unseres Almosenkastens. Für Unterstützungen jeder Art wurden M. 258 011.— verausgabt gegen M. 178 073.— im Vorjahre. Neben der Gewährung von Zuschüssen für das zum Lebensunterhalt unbedingt Erforderliche, war es, wie stets, unser Streben, aus die Erhaltung und Förderung der Erwerbsfähigkeit der Notleidenden zu achten und wir verwendeten für solche Zwecke größere Lummen mit gutem Erfolg. Die Verausgabung dieser bedeutenden Beträge wurde uns nur durch Zuwendungen außergewöhnlichen Umfanges ermöglicht. Die uns gewordenen Spenden zur Verteilung erhöhten sich von Mk. 53 187.— auf Mk. 74 447.— und die Beiträge für Spezialfälle wuchsen sogar von Mk. 61 819.— aus mehr als das Doppelte, nämlich Nk. 125009.—. Nicht nur die unten namentlich ausgeführten Vereine und Stiftungen, die Uriegssürsorge und das U. K. Gesterr. Ungar. Generalkonsulat unterstützten unser Wirken in tatkräftiger Weise, auch ein weiter Ureis edler Menschenfreunde bekundete durch namhafte Gaben eine außerordentliche Gpserwilligkeit und vaterländische Gesinnung, denn in dieser Zeit der Not zu steuern, heißt die Widerstandskraft des Reiches stärken. Wir sagen für die uns in solch hohem Maße zu teil gewordene Unterstützung unseren herzlichsten Dank und sind überzeugt, daß wir auch weiter aus diese Mithülfe zählen dürfen. Noch ist der Urieg nicht beendet und auch seine Folgen werden uns vor schwierige Aufgaben stellen. Trotz der erhöhten Einnahmen mußten wir im vergangenen Jahre unserem angreifbaren Fond einen namhaften Betrag entnehmen und wir richten deshalb immer wieder an unsere begüterten Glaubensgenossen die herzliche dringende Bitte: Treten Sie dem fllmoienkaiien als Mitglied bei oder erhöhen Sie Dhre Beiträge und lallen Sie uns bei Freud und Leid Spenden zukommen. Sie Helsen dadurch würdigen armen Mitmenschen die Möglichkeit zur Fristung des Lebens zu schaffen. Auch in diesem Jahre galt unsere Aufmerksamkeit der Fürsorge für verlassene und schutzbedürftige Ktnber; unter unserer Sammelvormundschaft befanden sich im Laufe des Jahres 157 Uinder. Die Uommission für jüdische Uindersürsorge nahm während des Jahres 60 Uinder in ihre Gbhut. Der Mmosenkasten leistete für deren Unterbringung einen Zuschuß von Mk. 7 247.—, die Uommission einen solchen von Mk. 9 175.- zu welch letzterer Summe der Israel, hilssverein in dankenswerter Weise einen wesentlichen Teil beitrug. An größeren Zuwendungen erhielten wir noch im Jahre 1914 Mk. 5000.- Legat der sei. Frau Anna Sichel geb. Ullmann und 1915 von Familie Heinrich Bauer Mk. 2000.- 5°,'o Uriegsanleihe, deren Zinsen jährlich am Todestage des sei. Herrn Heinrich Bauer zur Verteilung gelangen sollen. Unsere Einrichtung, Grabdenkmäler und Grabstätten aus dem hiesigen Gemeindesriedhof zu unterhalten und für deren Ausschmückung zu sorgen, wurde weiter in steigendem Maße benutzt, ein Bew eis, daß diese Einrichtung allseitige Anerkennung findet. Die höhe der für die Unterhaltung der Grabdenkmäler und Grabstätten bar zu entrichtenden oder testamentarisch zu legierenden Summe richtet sich nach demGrade der einfacheren oderreicheren gärtnerischen Ausschmückung. Her hierfür feltgeltellte Tarif wird von unserem Sekretariat auf Wun!di gerne zugesandt. Herr Dr. Franz Hausmann war durch anderweitige Inanspruchnahme genötigt, am Ende des Jahres das Amt als Pfleger niederzulegen. Wir bedauern seinen Rücktritt aufrichtig und danken für seine verdienstvolle Tätigkeit. An seine Stelle tritt Herr Tarl Lendit, der uns bereits interimistisch wertvolle Mithülse leistete. Wir fügen diesem Bericht das Verzeichnis unserer Mitglieder und der dem Almosenkasten im abgelausenen Jahre zugewandten Geschenke bei; die unter II aufgeführten Geschenke fanden für die oben näher besprochenen Spezialsälle Verwendung. Neu hinzugesügt ist unter III ein Verzeichnis der dem Almosenkasten zugesallenen Stiftungen. Unseren Mitgliedern und allen gütigen Gebern sagen wir von Herzen Dank. -- STADTBIBLIötlfiX FRANKFURT AS MAI? ( \___

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