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Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ... · 1915-01-01 · 1915 (über das Jahr 1914) · p. [Seite]

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Journal
Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
Volume
1915 (über das Jahr 1914)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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leiden und naturgemäß vermögen die wirtschaftlich schwächeren Teile der Bevölkerung am wenigsten die Schwere der Zeit zu ertragen. So kam es denn, daß von August ab die an den Almosenkasten gelangten Unterstützungsgesuche eine außerordentlich hohe Zahl erreichten. Die Mobilmachung entzog vielen Familien ihren Ernährer, ihre Mieter oder Kostgänger, die Geschäfte stockten, die Inhaber ungenügend fundierter Geschäfte gerieten in Verlegenheit, Angestellte wurden entlassen oder auf halben Gehalt gesetzt usw. Die Not pochte an die Türen und die staatlichen und städtischen Unterstützungen reichten in vielen Fällen nicht aus, ihr zu steuern. Wir bemühten uns, so weit als möglich zu helfen und konnten in unserem Beginnen erfreulicherweise meistens Hand in Hand mit der privaten Kriegsfürsorge gehen. Lin Mitglied unserer Verwaltung wurde in die Lentralleitung dieser Vereinigung berufen und gleichzeitig als Geschäftsführer für den Bezirk VIII (Gstend) eingesetzt, in welchem Bezirk die Mehrzahl unserer Alumnen ansässig ist. Durch dieses Zusammenarbeiten wurde ein ersprießliches wirken erzielt. Auch das k. k. Gesterreichisch- Ungarische Generalkonsulat hat in dankenswerter Weise unsere Aufgabe erleichtert. Außer in den mehr alltäglichen Fällen wurde unsere hülfe von einer größeren Anzahl verschämter Armen aus den Mittelschichten der Bevölkerung in Anspruch genommen, die sich nicht an die Kriegsfürsorge wenden und auch nicht der städtischen Armenpflege unterziehen konnten. Wie immer wandten wir diesen hilfsbedürftigen besondere Sorgfalt zu und trachteten, ihr Los erträglich zu gestalten. Unsere Aufwendungen für (Huartalsspenden, monatliche und sofortige Unterstützungen erreichten infolge der vermehrten Anforderungen die Summe von Mk. 178 073.— (gegen Mk. 161595.— im Vorjahre). Wie allgemein in dieser großen Zeit konnten aber auch wir die Erfahrung machen, daß die Gpserwilligkeit der Deutschen mit den erhöhten Bedürfnissen wächst und so hatten wir uns vermehrter Zuwendungen zu erfreuen, die uns bedeutendere Leistungen ermöglichten und für die wir deshalb besonderen Dank aussprechen. Allerdings hielt die Vermehrung der Einnahmen mit derjenigen unserer Ausgaben nicht gleichen Schritt, fodaß wir genötigt waren, unseren Ueservefonds ganz aufzubrauchen und noch einen namhaften Betrag dem angreifbaren Fonds zu entnehmen. Nun stehen wir angesichts der noch nicht absehbaren Dauer des Krieges weiter dringenden Anforderungen gegenüber und bedürfen zur Erfüllung unserer Aufgaben allgemeiner tatkräftiger Unterstützung. Wir richten daher an unsere Glaubensgenossen die herzliche, dringende Bitte: Trafen Sie dem fllmolenkatten als Mitglied bei oder erhöhen Sie 3hre Beiträge und lallen Sie uns hei Freud und Leid Spenden zukommen. Sie helfen dadurch, würdigen armen Mitmenschen die Möglichkeit zur Fristung des Lebens zu schaffen. Auch in diesem Jahre galt unsere besondere Aufmerksamkeit der Fürsorge für verlassene und schutzbedürftige Kinder; unter unserer Sammelvormundschaft befanden sich im Lause des Jahres 138 Kinder. Die Kommission für jüdische Kinderfürsorge nahm während des Jahres 54 Kinder in ihre Gbhut. Der Almosenkasten leistete für deren Unterbringung einen Zuschuß von Mk. 7387.—, die Kommission einen solchen von Mk. 7028.— zu welch' letzterer Summe der Israelitische Hilfsverein in dankenswerter Weise einen wesentlichen Teil beitrug. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde bewilligte wiederum für dieses Jahr das Gehalt unseres Sammelvormundschafts-Beamten. Wir sagen dafür besten Dank. Die Vereinigung jüdischer Wohlfahrtseinrichtungen gewährte als Tentralstelle bis zum Kriegsausbruch unter unserer Beteiligung Unterstützungen für kurbedürftige Männer, Frauen und Kinder. Unsere Einrichtung, Grabdenkmäler und Grabstätten auf dem hiesigen Gemeindesriedhof zu unterhalten und für deren Ausschmückung zu sorgen, wurde weiter in steigendem Maaße benutzt, ein Beweis, daß diese Einrichtung allseitige Anerkennung findet. Die höhe der für die Unterhaltung der Grabdenkmäler und Grabstätten bar zu entrichtenden oder testamentarisch zu legierenden Summe richtet sich nach dem Grade der einfacheren oder reicheren gärtnerischen Ausschmückung. Den hierfür feltgeltellten Tarif erlauben mir uns gleichzeitig beizufügen. Zu unserem Bedauern war Herr Elias E. Mager durch Krankheit gezwungen, das Amt eines Pflegers niederzulegen, wir sind Herrn Mager für seine eifrige Tätigkeit während seiner mehrjährigen Amtsführung zu Dank verpflichtet. Als Ersatz trat Herr Julius hegman in unser pflegamt ein, von früher her unser bewährter Mitarbeiter. wir fügen diesem Bericht das Verzeichnis unserer Mitglieder und der dem Almosenkasten im abgelausenen Jahre zugewandten Geschenke bei; die unter II ausgeführten Geschenke fanden für die oben näher besprochenen Spezialfälle Verwendung. /-\ STAOTBIBLIOTHH FRAKKFUKT VA MM \-

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