Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1913 (über das Jahr 1912)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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für Unterstützungen konnten nur um Mk. 1620.— verringert werden. Infolgedessen schließen wir mit einem vergrößerten Defizit ab, das aus unserer Reserve gedeckt werden mußte und diese nahezu erschöpft. Infolge dieser Schwierigkeit in unserer Lage konnten zahlreiche Gesuche nicht genügend Berücksichtigung finden und es wurde unmöglich, die vornehmste Ausgabe des RImosenkastens, würdigen Armen die Möglichkeit zur Fristung des Lebens zu schaffen, zu erfüllen. Deshalb ist jeder Beitrag und jede Spende an unsere Anstalt eine wirksame Beihilfe zur Linderung dringender Rot. wir hoffen, daß die herzliche, dringende Bitte, welche wir an unsere begüterten Glaubensgenossen richten daher nicht ungehört bleiben möge: Treten Sie dem Almosenkasten als Mitglied bei, oder erhöhen Sie Ihre Beiträge, lassen Sie uns bei Freud und Leid Spenden zukommen, sodaß uns die Erfüllung unserer Ausgaben ermöglicht und erleichtert wird! Unsere Fürsorge für verlassene und schutzbedürftige Rinder wurde in diesem Jahre weiter ausgedehnt; unter unserer Sammelvormundschaft befinden sich gegenwärtig 98 Rinder gegen 70 im Vorjahre. Auf diesem Gebiete standen uns fortgesetzt die Damen der „Weiblichen Fürsorge" bezw. deren Rinderschutzkommission, insbesondere bei der Unterbringung und Beaufsichtigung der Pflegekinder, helfend zur Seite, wofür wir ihnen bestens danken. wir wollen nicht verfehlen, dem löbl. Vorstand der israelitischen Gemeinde unseren herzlichen Dank auszusprechen für die Bewilligung des Gehaltes an unseren Beamten, welcher der Ausübung der Sammelvormundschaft viel Zeit und große Arbeitskraft widmet. Freifrau Mathilde von Rothschild hat in hochherziger weise dem Almosenkasten Mk. 25 000.— 4°/o preuß. Tonsols, eingetragen in das Staatsschuldbuch auf den Namen des Almosenkastens als Geschenk überwiesen, mit der Auslage, daß dieser Betrag für alle Zeiten als „Freifrau Wilhelm von Rothschildscher Rur-Unterstützungsfond" geführt wird und die Zinsen jeweils am 1. April und am 1. Oktober der hiesigen Vereinigung jüdischer wohlfahrtseinrichtungen überwiesen werden zur Unterstützung armer jüdischer Rranker in solchen Bädern, in welchen eine rituelle Verpflegung möglich ist. Der Almosenkasten hat die Schenkung unter den gestellten Bedingungen angenommen und die erforderliche königliche Genehmigung nachgesucht. Der edlen Spenderin sei herzlicher Dank ausgesprochen. Die „Vereinigung jüdischer wohlfahrtseinrichtungen" hat ihre Tätigkeit im Jahre 1912 auf die Zentralisation der Unterstützungen für Bade- und Erholungskuren ausgedehnt und steht aus diesem Gebiete in enger Fühlung mit uns. Den Bestrebungen dieser zeitgemäßen und allseitig anerkannten „Vereinigung" eröffnen sich immer neue Wege der Wirksamkeit, sodaß ein segensreicher Erfolg im Laufe der Zeit außer Zweifel steht. Unsere Einrichtung, Grabdenkmäler und Grabstätten aus dem hiesigen Gemeindesriedhos zu unterhalten und für deren Ausschmückung zu sorgen, wurde weiter in steigendem Maße benutzt, ein Beweis, daß diese Einrichtung allseitige Anerkennung findet. Die höhe der für die Unterhaltung der Grabdenkmäler und Grabstätten bar zu entrichtenden oder testamentarisch zu legierenden Summe richtet sich nach dem Grade der einfacheren oder reicheren gärtnerischen Ausschmückung. Der hierfür sestgestellte Tarif wird von unserem Sekretariat auf Wunsch gerne zugesandt. Am Schlüsse des Jahres schied Herr Moritz Löwenhaar mit Rücksicht aus sein hohes Alter und Herr Robert h. Sieger turnusmäßig aus unserem Pflegamt. Leide Herren haben in langjähriger Tätigkeit Vorzügliches für unsere Anstalt geleistet und unsere aufrichtige Dankbarkeit wohl verdient. An deren Stelle sind die Herren Emil Haas und Or. Franz Hausmann dem pflegamt beigetreten. Wir fügen diesem Bericht ein Verzeichnis unserer Mitglieder und der dem Almosenkasten im abgelausenen Jahre zugewandten Geschenke bei und erwähnen, daß die unter A. als Geschenke für Spezialsälle aufgesührten Spenden zur Unterstützung verschämter Armen und zur Stärkung und Ausrichtung schwacher Existenzen Verwendung fanden. -s STADTBlBLlOTHZi FRANKFURT AM MAI* V___'