Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1895 (über das Jahr 1894)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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'—•, I 4 H 1/ v Bericht des Pflegamtes des Almosenknstkns der isr """', Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre 1894. Wir beehren uns hiermit, Rechenschaft abzulegen über unsere Thätigkeit im abgelausenen Jahre und eine Aufstellung der Eingänge und Ausgaben vorausznschicke». Wir erhielten: im Jahre 1894 gegen 1893 an Spenden zur Bertheilung.M. 36,527.58 M. 43,583.98 ,, Einkünften aus Legaten und Geschenken . . . „ 4,232.57 ,, 4,253.07 „ Beiträgen von Mitgliedern ......... 13,348.28 .. 13,472-28 ,, Zuschuß ans dem Zinsenerträgniß u. dem Reservefonds ,, 21,432.39 .. 12,624-58 dazu an Spenden in Händen der Pfleger am Anfang des Jahres. 4,992.82 „ 9.506.06 80,533.64 M. 83,439.97 Dagegen zahlten wir: Quartalspenden. monatliche und sofortige Spenden M. 21,410.— „ 59,123.64 M. 80.533 64 M. 22.125.— „ 61,314.97 M. 83.439.97 an 546 Familien und einzelne Bedürftige. Ferner wurde aus dem von Herrn Georg Speyer gestifteten Extra-Reservefonds, welchem im Laufe des Jahres von Seiten des hochherzigen Stifters wieder Zuwendungen im Gesammtbetrage von M. 5000.— zugeflossen sind, die Summe von M. 5500.— an eine große Anzahl von Armen zur Bertheilung gebracht, so daß dieser Fonds jetzt noch M. 500.— enthält. Für Rechnung der Mayer S. Hecht'scheu Stiftungsadministration wurden im Laufe des Jahres wie früher und gemäß § 13 unserer Statuten die Gesammtsumme von: M. 1270.— durch Bermittlung unserer Pfleger vertheilt. Es ist aus vorstehender Aufstellung ersichtlich, daß die unserem Pflegamte zugeflosseneu Spenden sich nicht entfernt auf der Höhe des Jahres 1893 hielten; in Folge dieser betrübenden Erscheinung mußten wir auch in unseren Leistungen Beschränkungen eintreren lassen, trotzdem das Zinsenerträgniß in seinem vollen Umfange, wie auch ein Zuschuß aus dem Reservefonds herangezogen wurden. Mit ernster Sorge steht unsere Verwaltung der Thatsache gegenüber, daß unsere Einnahmen so erheblich zurückgegangen sind, während die an uns herantretenden Anforderungen mit dem Wachsen unserer Gemeinde und unter dem Drucke der sich immer schwieriger gestaltenden Erwerbsverhältnisse sich naturgemäß fortwährend steigern. Möchten sich doch alle Begüterten unter unseren hiesigen Glaubensgenossen vor Augen halten, welch' verantwortungsvolle nutz weitverzweigte Ausgabe unserem Almosenkasten obliegt, der in den Fällen dringender Roth, nach gewissenhafter Prüfung, helfend oder wenigstens lindernd eingreisen soll. An unsere Hülfe in erster Linie wenden sich Alle, die ei» herbes Schicksal zwingt, die öffentliche Mildthätigkeit anzurufen, und wie vielgestaltig sind die Gesuche, die nicht unberücksichtigt bleiben können, wie häufig vor Allem tritt Krankheit dem ernsten Streben, sich durch eigene Kraft durchzuringen, hindernd in den Weg, oder hat die Gebrechlichkeit des Alters die Fähigkeit, selbst für jid) zu sorgen, lahm gelegt. VJ 92