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Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ... · 1883-01-01 · 1883 (über das Jahr 1882) als Extra-Beilage · p. Seite 2

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Journal
Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
Volume
1883 (über das Jahr 1882) als Extra-Beilage
Date
1883-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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o Es würde dies um so mehr zu beklagen sein, als gerade in den letzten Jahren die Wirksamkeit deS,'Almosenkasteiis eine vielseitigere geworden ist, wenn dieselbe auch der Natur der Sache nach, namentlich mit Rücksicht auf die Unterstützung verschämter Armen, eine geräuschlose bleibt und daher leider von Fernstehenden nicht immer entsprechend gewürdigt wird. Zur Begründung des Gesagten möge cs uns gestattet sein, einige Fälle statt vieler anzuführen. Wir haben zwei Familien, welche bis setzt Unterstützungen von uns bezogen, durch Verabfolgung einer Summe von M. 500.— die Ueberfahrt nach New-York ermöglicht. Ebenso haben wir auf unsere Kosten eine bisher unterstützte taube Wittwe von 72 Jahren nach dem gleichen Bestimmungsort jn ihrem Bruder befördert. Dem höchst segensreich wirkenden, aber in seinen Mitteln beschränkten Pestalozziverein zahlen wir in Folge Uebereinkunft einen jährlichen Beitrag von M. 350.— zu Gunsten von 3 ihm zur Erziehung überwiesenen, jüdischen Kindern, welche jüdischer Pflege übergeben wurden. Außerdem verausgabten wir M. 800.— für zwei mutterlose, von ihrem Vater verlassene Kinder, welche wir bei einer achtbaren Familie untergebracht haben. Die beiden anderen Kinder desselben Vaters hat die städtischen Polizei- Sektion in Pflege gegeben. Wir sind ganz besonders bemüht, verschämte hiesige Armen, soweit deren Verhältnisse zu unserer Kenntniß gelangen, nach Kräften zu unterstützen und glauben wir auch im verflossenen Jahre in dieser Beziehung segensreich gewirkt zu haben. Hasten wir, daß die Verbreitung obenerwähnter Thatsachen das Interesse für unsere Anstalt in den Herzen unserer Glaubensgenossen und Mitbürger neu beleben wird. Möge uns aus dem nie versiegendem Born menschlichen Mitgefühls in immer reicheren Strömen die Mittel zufließen, deren wir zur Linderung der Noth bedürfen! Sind doch unsere Bedrängten zunächst auf den Beistand ihrer hiesigen Mitbürger angewiesen! Wir vertrauen, daß die Opferwilligkeit der Letzteren nicht erlahmen, sowie daß es in unserer Verwaltung nie an Männern fehlen wird, welche die verfügbaren Mittel mit Gerechtigkeit und schonender Theilnahme ihrer Bestimmung zuzuführen wissen. Für die im Laufe des verflossenen Jahres unserer Anstatt wohlivollend zugewiesene u Spenden statten wir hiermit wärmsten herzlichen Dank ab. Ausgeschieden sind aus unserer Mitte nach vieljähriger verdienstvollster Thätigkeit unser Seeretär, Herr Eugen Ullmann und unsere Pfleger, die Herren Moritz Levi und Leontin Fuld. Unsere dankbare Anerkennung bleibt denselben bewahrt. An Stelle der Genannten sind die Herren Ferdinand Gamburg, Felix Sachs, Alfred Rosenthal in das Pflegamt des Almosenkastens eingetreten. Frankfurt a. M, im Februar 1883. Das Pflegamt des Almssenkastens der israelitischen Gemeinde: Arthur May) Vorsitzender. Iserdinand Hamburg, Schriftführer. Wann, Kassier. W. Hotdfchmidl-Kirchheim, Uapßaet Kirchheim.*) A. W- Schlesinger, Wud. Strauß, Kelir Sachs, Armenpflegrr. Anton KorKßeimer, «>»«»,4,<,6„. I Snatich. Alfred Rofentiial1 l'6"' Gaben werden entgegengenommen von den Herren Ph. Bonn, Schützenstraße 12; Nt. Goldfchmidt-Kirch heim, Bornheimerstraße 15; R. Kirchheirn, Sandweg 38; B. W. Schlesinger, kleine. Psingstmeidstraße 7; I. Snatich, Bleichstraße 10. ') Bei demselben können nach Auskünfte über die Unkernünnngsbedürfligkeit der hier wohnenden Armen eingezogen werden.

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