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Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ... · 1856-01-01 · 1856 (über die Jahre 1854 und 1855) · p. [Seite]

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Journal
Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
Volume
1856 (über die Jahre 1854 und 1855)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/2153553-10577948--056-2153789
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•vfnbem das Unterzeichnete Pflegamt über die letzt vergangenen zwei Jahre seiner Wirksamkeit Bericht erstattet, hat dasselbe ans dem Bereiche seiner Erfahrungen auf manche Punkte aufmerksam zu machen, welche wohl geeignet sein dürften, die Theilnahme unserer Gemeindeangehörigen und Mitbürger in erhöhetem Grade in Anspruch zu nehmen. Unser Capitalfonds hat sich in erfreulicher Weise gehoben; dagegen haben, in Folge drückender Zeitumstände, die an unfern Almvsenkasten gestellten Ansprüche dessen verfügbare Mittel weit überstiegen. Nach der Schlußabrechnung hat nämlich der Grundstock die Höhe von fl. 31,166. 411 kr. erreicht; ein Resultat, welches wir sowohl den uns zugewiesenen Jntraden als zahlreicheren Legaten und Schenkungen zuzuschreiben haben, welche alle gleichmäßig die mildthätige Gesinnung der edlen Geber und Stifter, sowie die regere Theilnahme für unsere wohlthätige Anstalt in dankenswerther Weise bethätigen. Zum Andenken an den sel. Freiherrn Salomon von Rothschild wurde uns von Seiten seiner Kinder: des Freiherrn Anselm von Rothschild und der Freiftau James von Rothschild, Zweitausend Fünfhundert Gulden — ferner zur Erinnerung an den sel. Herrn I. L. Reiß von Seiten seiner Tochter, der Frau Dr. Michael Reiß Eintausend Gulden — sodann zum Gcdächtniß der sel. Frau Adelheid Schuster, geb. Reiß, von Seiten ihres Ehegatten des Herrn Joseph Schuster Fünfhundert Gulden; endlich von Seiten des sel. Herrn I. L. H. Epstein ein Legat von Fünfhundert Gulden zugewendet. Durch diese und ähnliche Zuschüsse zu dem unangreifbaren Vermögen hat unsere Anstalt in erwünschtem Maße eine festere Grundlage für die Zukunft gewonnen. Was jedoch die Mittel betrifft, welche uns für die Gegenwart zur Verfügung gestellt waren, so reichten dieselben nicht hin, den Bedürfnissen genügend zu entsprechen. Bis jetzt nämlich waren uns, außer den Zinsen unseres Capitals, nur die bei freudigen oder traurigen Veranlassungen gespendeten, gewöhnlich zu sofortiger Vertheilung bestimmten, außerordentlichen Gaben dargeboten. Nun liegt es aber in der Naturderartiger Unterstützungen, daß dieselben, in ungleicher Weise gespendet, manchmal in längeren Zeiträumen ganz ausbleiben, während die Bedürfnisse der Armen regelmäßig, in Nothjahren in sehr gesteigerter Weise, hervortreten. So kam es denn, daß die außerordentlichen Gaben, welche im Jahre 1854 — fl. 42'19. 7 kr. betrugen, und im Jahre 1855 sich zu fl. 3672. 37 kr. erhoben, trotz des bedeutenden Betrags dieser Summen, in keinem Verhältniß zu den dringenden Anforderungen standen, denen abzuhelfen unsere Aufgabe ist. Bei dieser Gelegenheit sehen wir uns gedrungen, einem allgemein verbreiteten Jrrthum zu begegnen. Der Wohlstand vieler Familien in unserer Gemeinde hat die Meinung hervorgerufen, als wären Armuth und Noth in ihrer Mitte eine seltene Erscheinung. Dem ist aber keineswegs so. Die Zahl, namentlich der verschämten Armen, jener Unglücklichen, deren Noth nur um so drückender ist, weil sie nicht zur Schau getragen wird, ist leider weit größer, als es bei oberflächlicher Betrachtung erscheint. Es hat sich daher die Nothwendigkeit herausgestellt, unserer Anstalt durch regelmäßige Beiträge eine ergiebige Quelle für periodische Unterstützungen zu verschaffen. In diesem Sinne erließen wir unter dem 26. Juli v. I. eine Aufforderung zu Subscriptionen, welche noch im Gange sind, und über deren, wie wir hoffen dürfen, günstiges Endergebniß seiner Zeit berichtet werden soll. Bei der Repartition der uns dadurch bereits zur Verfügung gestellten vermehrten Geldmittel, hat sich die oben ausgesprochene Erfahrung nur zu sehr bewahrheitet, indem an eine so nähmhafte Anzahl von verschämten Familien und allein stehenden Personell aus der Gemeinde regelmäßige Unterstützungen zu ertheilen sind, daß solche zu unserem schmerzlichen Bedauern im Einzelnen nur gering ausfallen konnten. Möge der Allgütige den Wohlthätern stets neuen Segen, und unserer Anstalt durch ihre Theilnahme immer reichlichere Beiträge zufließen lassen!

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