Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1852 (über das Jahr 1851)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Das Pflegamt des israelitischen Atmosenkaflens wendet sich hiermit wieder an die Gemeinde, sowie an Alle, die sich für die ihm anvertraute heilige Angelegenheit interessiren, um über seine Wirksamkeit im Jahre 1851 Bericht zu erstatten. Auch in dem abgelaufenen Jahre hat sich der Stand unserer Anstalt, namentlich durch die in Folge des Gesetzes vom 15. April v. I. ihr zugewendeten Bürger au fn ah msgelder, in erfreulicher Weise gebessert; und wenn unser Capitalfond auch nur lehr langsam wächst, so ist er doch mit der Hilfe Gottes und edler Menschen im Wachsthum begriffen. Keine uns zugewendete Quelle, kein uns gespendeter Tropfen der Wohlthätigkeit geht verloren, sondern sammelt sich an für unvorhergesehene Zeiten der Noch. Dabei aber dürfen wir über vie Fürsorge für künftige Ansprüche die gegenwärtigen nicht vergessen! Wir haben im vergangenen Jahre die Summe von fl. 2334. 38 kr. theils in regelmäßigen Spenden, theils in außerordentlichen Unterstützungen verausgabt, und unsere Auftraggeber möge das erhebende Gefühl durchdringen, zur Linderung manichfaltiger Noch und zur Trocknung mancher nur von Gott gesehenen Thräne vas Ihrige beigetragen zu haben. Unsere Armenpsseger, die fortfahren, alle Gaben persönlich zu bestellen, werden auch in Zukunft nicht versäumen, die verschämte Armuth, die verschwiegene Noth, den stillen Jammer aufzusuchen, und, soweit es in unfern Kräften steht, zu erleichtern. Bereits wendet sich an dieselben der eine oder der andere Familienvater, der früher, bevor eine solche Anstalt vorhanden war, in seiner Bedrängniß hätte verkümmern müssen. So wehe es thut, in die verborgene Noch einzublicken, so wohl thut es, ihr in Gottes und der Menschheit Namen ein Helfer zu sein. Das anvertraute Geheimnis bleibt bei den Pflegern. — Eine solche Anstalt, Menschenfreunde und Glaubensgenossen, kann und wird noch viel des Guten bewirken! Um so dringender müssen wir die Aufforderung erneuern, daß mit Glücksgütern gesegnete Männer und Frauen uns auch ferner mit ihren Aufträgen an die nothleidenden Brüder und Schwestern betrauen mögen. Sie werden gewiß mit uns erkennen, daß auch der Ueberschuß unseres Einkommens, und daß namentlich uns zugewendete größere Stiftungen auf's segenvollste wirken werden, wenn sie Fonds begründen helfen, woran es uns für die Armenpflege noch gänzlich fehlt, und die allein unter Gottes waltendem Beistände ein Bollwerk für die Zukunft bilden. — Mit dem abgelaufenen Jahre sind statutengemäß die Herren Ludwig Rapp und Alexander Rindskopf aus dem Pflegamte getreten und die Herren Eduard David Ellissen und Franz Joseph Schuster in dasselbe gewählt worden. •— Mit diesem Jahre sind die ersten sieben Jahre unserer Wirksamkeit versioffen. Waren es auch nicht blos ftuchtbare Jahre, war auch darunter manches harte Nothjahr, so blicken wir doch mit frohem Bewußtsein und mit dem innigsten Danke gegen so viele edle Menschen, die uns ihr Mitgefühl durch die That bewiesen