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Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ... · 1847-01-01 · 1847 (über das Jahr 1846) · p. [Seite]

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Journal
Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
Volume
1847 (über das Jahr 1846)
Date
1847-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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…/2153553-10577938--002-2153741
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Bericht des Pflegamts des Mmosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre 1846. --=s3K ♦>Obsj—- 2-ie von dem Pflegamte des Atmoseukaftens der israelitischen Gemeinde in seinem vorjährigen Berichte ausgesprochene Hoffnung, daß die Wohlthäter der Armen sich allmählig daran gewöhnen möchten, denselben zum Vermittler ihrer Spenden zu machen, beginnt sich zu verwirklichen. Denn die Sunnne der ihm im Jahre 1840 zur Verthcilung zugestellten Gelder erreicht beinahe das Doppelte der ihin im vorhergegangenen Jahre zu diesem Zweck zugekommenen Beträge und die Smnme der Vcrtheilungen selbst hat in noch erfreulicherem Verhältnisse zugenonnnen; und ist die neu geschaffene Anstalt noch in ihrer Entwickelung begriffen, so entwickelt sie sich doch rüstig nach der Richtung hin, welche ihr durch die Verhältnisse vorgezeichnet ist. Sind diese Verhältnisse zum Thcil ungünstig, so liegt darin sowohl für den wohllöblichen Gemeinde-Vorstand, welcher die Anstalt ins Leben gerufen, als für die Behörde, deren Pflege sie zunächst anvcrtraut und die Gemeinde, unter deren Schutz sie gestellt ist, eine Aufforderung zu vermehrter Theilnahme. Es sind aber die Schwierigkeiten, von welchen unser Almosenkasten umgeben ist, zwiefacher Art. Es sind solche, die er mit anderen Armenverwaltungen theilt, und welche in der allgemeinen Noch der Zeit, der lange anhaltenden Strenge des Winters, der Theurung der Lebensmittel, dem erschwerten Arbeiterverdienste ihren Grund haben; es sind wieder andere, die er allein zu bekämpfen hat, und vermöge deren die Fälle, in welchen ifraelitischc Armen an allgemeinen Spenden betheiliget werden, zu welchen doch die israelitischen Einwohner hiesiger Stadt ihren vollen Antheil beigetragen haben, immer noch zu den seltenen Ausnahmen gehören. So wie indessen diese Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit des Pflegamts für die ihm anvertrante Schöpfung nicht ermüden werden, so werden sie hoffentlich auch die Theilnahme der ihr Vorgesetzten Behörde und des bei dem Gedeihen der Anstalt zunächst betheiligten Publikums eher steigern als vermindern, und ist es auch vielleicht zu kühn, unter den obwaltenden Zeitverhältnissen eine Abnahme der Dürftigkeit zu hoffen, so dürfte doch eine allmählige Verinehrung der zur Linderung der Dürftigkeit zu Gebote zu stellenden Mittel mit Grund zu hoffen sein. Das Pflegamt kann nicht oft genug darauf aufmerksam machen, daß die ihm gestellte Aufgabe eine doppelte ist. Es hat die ihm zur Verthcilung zukommenden Gelder gewissenhaft zu vertheilen, auch in besonders drückender Zeit außerordentliche Vertheilungen eintreten zu lassen. Es hat überdieß die edlere Aufgabe, einzelnen Bedürftigen, welche nicht in die Klaffe der regelmäßig Unterstützten gehören, und deren Zartgefühl ihnen nicht gestattet Almosen zu fordern, in Verlegenheiten hülfreich zu sein. Die Fälle sind schon vorgekonunen, in denen zu solcher Hülfleistung Veranlassung gegeben war. Wie wohlthätig aber eine solche das Zartgefühl des Unterstützten schonende, den Mnth und das Vertrauen in ihm belebende Hülfleistung sei, darf hier nicht erst ausgeführt werden. Um jedoch in dieser Richtung nachhaltig wirken zu können, bedarf der Almosenkasten vor Allem einer Vermehrung seines Kapitalfonds. Diefi haben einzelne Menschenfreunde schon eingesehen, indem sie die von ihnen gespendeten Gaben zur Hälfte zur unmittelbaren Verthcilung bestimmten, zur Hälfte dem Kapitalfond überwiesen, und es wäre im Interesse der höheren Aufgabe des Almosenkastens zu wünschen, daß dieß Beispiel Nachahinung fände. In dankbarer Anerkennung haben wir noch die großmüthigen Gaben zu erwähnen, welche uns von den Herren Freiherren von Rothschild im Laufe dieses Winters ftir Brodkarten zugeflosscn sind, und durch welche wir in den Stand gesetzt worden sind, manchen im Stillen darbenden Familien die Last der nun glücklich überstandencn Theuerung zu erleichtern. Es ist schließlich zu bemerken, daß die Armenpfleger es sich fortwährend zur Aufgabe machen, die betreffenden Gaben den Personen, für welche sie bestimmt sind, persönlich zu behändigen. Frankfurt am Main, den 23. April 1847. Das Pflegamt des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde: vr. Manhayn, Präsident. Jacob Salomon Katz, Armcnpflegcr. Isaak Goldschmidt, Kassier. Heymann May, Annenpfleger. Leopold Stein, Rabbiner. Varuch Bonn, Armenpfleger. Isaak M. Rindskopf. Nathan M. Adler, Armenpfleger. Abraham Iltissen, Sekretär.

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