Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1921 (über das Jahr 1920)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
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6 immer an führender Stelle. Sein Name wird in den Annalen unseres Pflegamtes immer mit Dankbarkeit genannt werden. Unsere seit Jahren bestehende Einrichtung, Grabstätten und Grabmäler auf dem Israelitischen Friedhof zu unterhalten und für deren Ausschmückung zu sorgen, wurde weiter in steigendem Maße benutzt, ein Beweis für die allseitige Anerkennung des Geleisteten. Die Höhe der für die dauernde Unterhaltung der Grabstätten und Grabmäler zu entrichtenden Summe richtet sich nach dem Grade der einfacheren oder reicheren gärtnerischen Ausschmückung. Die außerordentliche Erhöhung aller Arbeitslöhne in der Gärtnerei und in Steinarbeiten läßt es begreiflich erscheinen, daß wir mit der alten, vor Jahrzehnten festgesetzten Tarifierung nicht mehr auskommen konnten. Die alten Tarifsätze deckten nicht annähernd die Selbstkosten und wir Waren gezwungen, solche einigermaßen den heutigen Verhältnissen anzupassen. Der neue Tarif wird von unserem Sekretariat auf Wunsch gerne zugesandt. Unsere Verwaltungsspesen sind durch die hohen Preise für Drucksachen, Schreibutensilien, Heizung, Beleuchtung, Porti u. a. gleichfalls wesentlich gestiegen. Ebenso die Gehälter unserer Beamten, die sich allezeit mit Eifer und Hingebung ihrer Arbeit widmen, was unsere dankbare Anerkennung verdient. Nicht unerwähnt können wir lassen, daß der Zug in die Großstadt, sowie auch die Seßhaftwerdung auß-erdeutscher Elemente, die nach zweijährigem Aufenthalte unsere Institution in Anspruch nehmen, an unseren Mitteln sehr empfindlich zehren, mehr als dies jemals von seiten der bodenständigen Bevölkerung geschah. Möge uns auch hierfür angemessene Hülfe zuteil werden. Wie bereits bekannt, übernehmen wir Verteilungen, die aus Anlaß von Beerdigungen erfolgen sollen. Leidtragende Familien, die von dieser Einrichtung Gebrauch machen, entgehen dadurch den Belästigungen des Hausbettels. Unsere Pfleger sind angewiesen, die zu gedachtem Zweck eingehenden Gaben sofort zu verteilen. Wir empfehlen wiederholt, sogenannte Hausbettler nicht zu berücksichtigen, diese vielmehr dem Almosenkasten zuzuweisen. Hierfür st eilen wir Hefte mit Anweisungen zur Verfiigung. die an Bittsteller gegeben werden können und bei dem Almosenkasten nach Prüfung des jeweiligen Falles zu Lasten der Aussteller Einlösung finden. Wir fügen diesem Bericht das Verzeichnis der regelmäßig Beitragenden und der dem Almosenkasten im abgelaufenen Jahre zugewandten Geschenke bei; die unter II aufgeführten Gaben fanden für Spezialfälle Verwendung. Ferner ist unter III ein Verzeichnis der dem Almosenkasten zugefallenen Stiftungen hinzugefügt. Des Papiermangels wegen fällt das Verzeichnis der Einkünfte aus Legaten und Schenkungen weg; es wird aber in günstigeren Zeiten wieder erscheinen.