Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1920 (über das Jahr 1919)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2153553-10577917--722-2153628- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I sie davor zu schützen suchen, der öffentlichen Mildtätigkeit anheim zu fallen. Wo aber Krankbeit oder gar Tod die Familie ihres Ernährers oder ihrer Ernährerin beraubt, muß unsere Hilfe in noch erhöhtem Maße einseben, um die Familienangehörigen, die Witwen und Waisen vor gänzlichem Untergang zu bewahren. Hier setzt in großzügiger Weise diejenige unserer Aufgaben ein, die wir als eine unserer vornehmsten betrachten, nämlich die Sorge für verlassene oder sonst schutzbedürftige Kinder. Unter unserer Sammelvornmndschaft befanden sich im abgelaufenen Fahr 260 Kinder, was einen Kostenaufwand von M. 81 620.— beanspruchte. Dazu haben wir aus eigenen Mitteln M. 22 000— beigetragen, die gleiche Summe der Israelitische Hlllfsverein. das Jugendamt M. 26 890.—, die Adelheid Geiger-Stiftung M. 2260.— Weiter haben dazu beigesteuert die Stiftung für gebrechliche und verwahrloste israel. Kinder, die österr. - ungarischen, polnischen und tschecho - slovakischen .Konsulate, die Zentrale für Private Fürsorge, die Stiftung der Frau Baronin von Rothschild, der Heinrich T. Bauer - Fonds und andere. Damit sind aber noch nicht alle Arten unseres Wirkens erschöpft. Wir betrachten es als eine dauernd unabweisbare Pflicht,' geschwächte» Existenzen durch kleinere oder größere Beihiilfen zur Wiederanfrichtung ihrer Berufstätigkeit, oder zur Ermöglichung eines neuen passenden Erwerbszweigs die Mittel zu liefern. So konnten wir gar manche gefährdete Familie vor dem nahenden Zusammenbruch schützen. Daß sich angesichts unserer, auf so viele Zweige der llnterstiitzung gerichtete Tätigkeit, die Unkosten ganz beträchtlich erhöht haben, darf nicht Wunder nehmen. Namentlich die Beamtengehälter, die Ausgaben für Drucksachen. Porti und allgemeine Bürospesen. waren in fortwährendem Steigen begriffen, und sind während der gegenwärtigen Niederschrift unseres Berichts noch starker gestiegen. Wir erwähnen dies, weil die in obiger Aufstellung enthaltene Summe unserer Unkosten ein Bild von der erheblichen Steigerung aller unserer unvermeidlichen Ausgaben zeigt. Es wird wohl keines weiteren Nachweises bedürfen, um darzutun, daß wir heute mehr denn se auf die immer bewährte Opferwilligkeit unserer besser gestellten und wohlhabenden Glaubensgenossen vertrauen müssen, wie sie bisher uns in so reichem Maße zuteil geworden ist, und wofür wir allen Edlen aus ganzem Herzen danken. So müssen wir auch fernerhin mit aller Bestimmtheit darauf zählen können, daß sich bei jeder Gelegenheit immer wieder alte und neue Freunde finden werden, die sich dauernd unserer in Liebe erinnern. So ergeht denn von neuem liniere inständige Bitte an Alle: uns einen erheblichen Jahresbeitrag zu gewahren, den bisherigen entsprechend zu erhöhen und bei Freud und Leid unserer Anstalt zu gedenken. Auch im verftossenen Jahre hat sich, außer den bereits genannten Körperschaften, eine weitere Anzahl an unseren Bestrebungen beteiligt und uns mit Zuschüften reichlich unterstützt. Es sind dies namentlich: