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... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M. · 1920-01-01 · [13].1920 (1920) · p. [Seite]

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Journal
... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
Volume
[13].1920 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHE FRAUENUEREINIGUNG E. \I„ FRANKFURT A. M. Jahresbericht. 1cjlO Auch diese« Jahr müssen wir uns ans Sparsamkeitsgründen auf einen ganz kurzen Gericht beschränken, der linieren Mitgliedern eben das Nötigste voll unserer Tätigkeit initteilen soll. Dankbar erkennen wir an, das; viele unserer Mitglieder durch eigene Arbeit und durch reichliche Unterstützung Verständnis für unsere großen sozialen Aufgaben bewiesen haben. Durch die traurigen rvirtschaftlichen Verhältnisse ist die allgeineine Not leider aber so ins Unermeßliche gestiegen, daß mir an unserer Stelle zur Linderung nur dann NenneilSivertes beitragen können, ivcnn uns noch viel lveitere .streife, und zwar in hohem Maße, ihr Interesse schenken. Unserer Unterstütznngs-Coinmission, die nun schon seit Jahren in bereits früher beschriebener Weise sich hauptsächlich der Familienfürsorge widmet, speziell Witiven und Waisen betreut, ist iu der Flüchtlingsfurforge ein neuer Aufgabenkreis erwachsen. Leider ist deil vom Geschick so hart betroffenen Heimatlosen besoilders schwer zu helfen, da die Wurzel des meisten sozialen Elends, die Arbeitslosigkeit bei ihnen sich noch viel schwerer als bei anderen beseitigen läßt. Wir hallen es für unsere besondere Pflicht, unseren unglücklichen östlichen Glaubensgenossen, die die,- Schrecknisse der Heimat zu uns getrieben, die Bruderhand zu reichen und sie zu stützen. Bar der Mittel und der Kleidung kommen sie auf der Flucht zu uns, und es ist eine unserer Aufgaben, sie, soweit wir vermögen, mit den Erzeugnissen unserer Nähstube, in der verschiedene Damen diesen Winter ivieder ihre emsige Tätigkeit ausgenommen haben, zu bekleiden. Wir richten an dieser Stelle an unsere Mitglieder den warmen Appell, sich zahlreich an der Arbeit zu beteiligen, die zur Bekleidung unserer Bedürftigen geleistet werden muß. Ebenso bitten nur herzlich um Zuweisung aller im Haushalt entbehrlich gewordenen Kleider und Wäschestücke für Erivachsene und stinder, sowie von Möbel, Betten, Hausrat etc. Durch die Ungunst der Zeit konnte eine Geschirrverteilung zu nc£ nur in den dringlichsten Füllen bewerkstelligt werden; es mußte bei den meisten Familien eine Zuwendung in Geld die sonst übliche Berteilung ersetzen. Möge uns in Zukunft gelingen, diese wichtige Einrichtung durch reichliche Spenden ivieder mehr zu pflegen und nuszubauen. Auf dein Gebiet der Erholungsfürsorge haben unsere Damen mit besonderer Freude gearbeitet, galt es doch, bei unserer Fugend die gesundheitlichen Schädigungen der Kriegsjahre auszumerzen. Wir konnten da maiicherlei erreichen. Zunächst durften wir, dank der aufuierksainsten Gastfreundschaft von jüdischen Familien, £0 Wiener Kinder in Fulda, Marburg, Hersfeld und Umgegend unterbringen und konnten die Kleinen, die den ärmsten Familien angehörten, gekrästigt und von ihren Wirten und anderen wahren Kinderfrcunden reichlich ausgestattet, wieder in die Heimat schicken. Auch Frankfurter stinder konnten nur im vergangenen Sonnner ivieder zur Erholung aufs Land schicken, sie fanden bei ihren Wirten liebevollste Aufnahme. Allen, die zu dem schönen Werke beitrugen, unseren aufrichtigen Dank! . - Hervorragendes in der Erholuugsfürsorge ivurde vom Fsraelitischen Hilfs-Fonds in der Schweiz, Sitz Luzern, geleistet, der sich dadurch unsere innigste Dankbarkeit erworben hat. In seinem Ferienheim durften viele Frankfurter stinder herrliche Wochen der Erholung verbringen, die ihnen, dank der wundervollen Pflege und dem harmonischen Zusammenleben, stets unvergessen bleiben iverden. Durch Einladung, die von der Schweiz aus erging, war es uns außerdem vergönnt, verschiedenen lungenkranken Kindern eine unentgeltliche Heilstüttenkur in Davos zu ermöglichen. Kürzlich haben wir die Ausnahmegenehmigung für einige weitere stinder erlangt, für die wir aber erhebliche Beiträge zu den Kurkosten zahlen müssen. Auch hier hat die Hilfsbereitschaft von Freunden der Jngend nicht versagt, die Spenden für Davoser Kurkosten haben nahezu unsere Ausgaben gedeckt. Um für diesen wichtigsten Zweig der stinderfürsorge die Arbeit stetig sortsetzen zu können, bedürfen wir bedeutender Mittel, mit deren Zuwendung wir edle Gönner innigst bitten. Infolge unserer Beziehungen zu der Schweizerfürsvrge für deutsche stinder und zu auswärtigen jüdischen Wohlfahrtsvereinen haben nur schon häufig die Berkösligung von durchreisenden jüdischen Ferienkindern übernommen, wobei uns die Freiwillige Sauitätskolonne in tniiikenawe^ler Weise stet« behilslicb war.

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