... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 5.1912 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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— 6 Wir hoffen, auch für das Jahr 1913 auf die freundliche Unterstützung der geehrten Arbeitgeber rechnen zu dürfen, um ein immer weiteres Wachstum dieses Zweiges unserer Vereinstätigkeit herbeiführen zu können. UnterstützungslätigKeil. Unsere Tätigkeit im verflossenen Jahre läßt uns auf eine Zeit besonders erschwerter Lebens- und Erwerbsverhältnisse zurückblicken. Es war ein Jahr der Teuerung aller Lebensmittel, von der die unbemittelte Bevölkerungsklaffe naturgemäß am härtesten betroffen ward. Dazu gesellte sich die Einziehung oder die mindestens sehr erschwerte Erlangung der Hausierscheine, mit deren Hilfe sich bisher so viele ihren kümmerlichen Unterhalt verschafften. Und hierzu trat noch die Entlassung oder mangelhafte Beschäftigung zahlreicher Arbeiter, speziell in der Portefeuillebranche. Dadurch steigerten sich, wie es sich denken läßt, die Anforderungen an unseren Beistand in außerordentlicher Weise. Dank der vermehrten Zahl unserer Mitarbeiterinnen und ihrer unermüdlichen, tatkräftigen Hilfe konnten wir auch diesen gesteigerten Aufgaben nachzukommen suchen. Nicht nur Zeit und Arbeit opferten unsere Helferinnen, sie griffen auch in weitem Maße mit Geldmitteln ein, da die materielle Beihilfe unseres Vereins wegen der ihm bisher noch nicht genügend zufließenden Beträge sich in beschränkten Grenzen halten mußte. Ganz besonders wertvoll ist uns die Mithilfe einer Dame, die sich seit Dezennien Tag für Tag in hingebungsvollster Weise in den Werken der Menschenliebe betätigt. Durch ihre Erfahrungen und ihre klare Umsicht ist sie uns eine schätzenswerte Ratgeberin; aber das nicht allein, mit dem Rat verbindet sie die Tat. So konnten wir vielen Hungrigen Brot verschaffen, manchem Nackten, Kleidung, müden Gliedern häufig die so nötigen Betten; wir versahen kahle Wohnräume mit dem notwendigsten Hausgerät. Die „Peah" bot uns wieder vortreffliche Gelegenheit zu der verschiedensten Equipierung. Wir leisteten Beisteuer zur Miete, zur Auslösung von Pfandscheinen und zum Kurgebrauch an Badeplätzen. Kranken verhalfen wir zur Aufnahme in Spitäler, Kinder, deren Mütter wegen Krankheit oder Tätigkeit außer dem Hause die Wartung ihrer Kleinen nicht in genügender Weise versehen konnten, überwiesen wir geeigneten