... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 1.1907-1908 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2045206-10027352--017-2045222- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 Kontingent unserer Unterstützungsbedürftigen, die wir teils mit Arbeitsmaterial, teils mit Geld, Naturalien, Betten und Kleidungsstücken versahen- Ferner kam unsere Hilfe in verschiedenen Fällen hiesigen, alleinstehenden Frauen und Mädchen, welche einen Beiuf erlernen wollten, durch monatliche Zuschüsse zu gute. In anderen Fällen mußten wir uns solcher Frauen annehmen, deren Ernährer mehrere Monate in Heilanstalten weilten, und deren Kinder sonst hätten darben müssen. Zn anderen Malen trat an uns die Not- Wendigkeit heran, Mädchen, welche nach auswärts Stellung angenommen hatten, zu equipiereu und sie für die Reise zu versorgen. Auch Durchreisende nahmen unsere Hilfe vielfach in Anspruch; so eine aus 10 Köpfen bestehende Familie, welche kurz vor m hier ohne alle Mittel eintraf, und welche wir mit Nahrung und Logis versorgten. Ein weites Feld der Tätigkeit fanden wir in der Versorgung mittelloser junger Leute, Lehrlinge u. a. mit Kosttagen in Familien, für welchen Zweck wir einen eigenen Ausschuß gebildet haben. So war unsere soziale Hilfsarbeit eine durchaus vielgestaltige und doch wieder in Anbetracht unsrer beschränkten Mittel eine sehr begrenzte, denn wir konnten für diese Zwecke in den in Betracht kommenden sechs Monaten nur Mk. 618 aufwenden. Wer von uns einen Blick in die Hilflosigkeit, in das krasse Elend der Aermsteu der Armen, die von ihrer Scholle vertriebenen vaterlandslosen Volksgenossen getan, der weiß, daß es ungleich größerer Mittel bedarf, als über die wir verfügen, um auch nur in leise merkbarer Weise wirken zu können. Aber wir trösten uns mit dem 11איש המתנת ׳ und wünschen nur, daß uns künftig die Beiträge so reichlich zufließen, daß unsere Leistungen sich um ein Tüchtiges erweilern können. Religionsfchule irr Offenbach. Die in dem benachbarten Offenbach vor einigen Iahren von den Herren Hermann Lehmann und Samuel Mainz