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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Aus der Statistik. · p. Seite 203

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Aus der Statistik.
Date
1900-01-01
Page
Seite 203 (sequence 20)
Language
German
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203 sammen, so sind die männlichen selbständigen Juden verhältnismäßig mehr alsdoppelt so häufig wie die Deutschen (50 000 zu 23 000), ja es find unter 100 000 erwerbstätigen Juden mehr als die Hälfte, nämlich 57 610 (männliche und weibliche Zusammengenommen) in selbständigen Stellungen. Noch greller tritt das natürlich im Handelsstande, der Hauptdomäne des Judentums, hervor. Wir finden da die Juden unter den männlichen Selbständigen verhältnismäßig dreizehn mal so stark als die Deutschen vertreten (39 531 zu 3036) und auch unter den weiblichen Selbständigen immer noch verhältnismäßig viermal so stark. Auch unter dem technisch gebildeten Personal ist der Jude verhältnismäßig zu stark vertreten, sowohl in der Industrie, wie natürlich ganz besonders wieder im Handel. Die Ursache liegt wohl darin, daß die Vorbildung für den technischen Dienst größeren Geldaufwand erfordert. Wenn wir sehen, daß 105 319 männliche und weibliche Juden in selbständigen Stellungen thätig sind, während sich daneben nur 20 639 als technisches Personal in abhängigen Stellungen befinden, so leuchtet ohne weiteres ein, daß vielen von diesen verhältnismäßig so zahlreichen Selbstständigen die erforderliche Erfahrung für die Leitung ihrer Betriebe fehlt (nach deutschen Begriffen wenigstens), weil sie sich nicht hinreichend lange in solchen Stellungen befunden haben, wo fle Gelegenheit zum Lernen gehabt hätten. Daraus erklärt sich die oft gemachte Wahrnehmung, daß jüdische Geschäftsinhaber recht ungenügende Geschäftskenntnisse besitzen und zu gewagten Spekulationen und unlauteren Machenschaften neigen, statt den redlichen Erwerb in den technisch feststehenden Formen zu suchen. Noch viel anschaulicher tritt aber die Neigung der Juden zu gewissen Spezialitäten hervor, wenn wir von der Betrachtung der Berufsabteilungen zu den der einzelnen Berufsarten übergehen. In der nun folgenden Tafel VI sind die Selbständigen männlichen Geschlechts für die von den Juden besonders bevorzugten Berufsarten aufgeführt, und zwar für das Reich im ganzen und füu die Stadt Berlin: Für letztere, weil sich hier das jüdische Leben ganz besonders konzentriert und weil die Beherrschung einzelner Erwerbszweige in der Reichshauptstadt durch die Juden für das ganze Reich von größter Bedeutung ist. Einer besonderen Besprechung bedürfen die Zahlen unserer Tafel kaum noch- Der Vergleich von Spalte 3 und 4 zeigt ohne weiteres, wie stark die Vorliebe der Juden für einzelne Berufsarten ist, soweit das Reich im ganzen in Betracht kommft wie sie sich beispielsweise in die Industrie der Nahrungs- und Genußmittel eindrängen, in der bekanntlich besonders viel gefälscht wird, wie sie den Warenhandeft den Geld- und Kredithandel, den Hausirhandel und ganz besonders die Handelsvermittlung bevorzugen. Ihre starke Vertretung in den sogenannten freien Berufsarten (XXIV 2, 5, 6) ist zurückzuführen auf die zahlreichen jüdischen Juristen (Rechtsanwälte), Aerzte und Journalisten. Im ganzen find in den wenigen Berufsarten, die Tafel VI aufführt, 82 365 von den im Reiche überhaupt vorhandenen 101158 männlichen selbständigen Juden beschäftigt. Die „berufslosen" Selbstständigen (Rentiers) sind dabei nicht milgerechnet. Zum zweiten Teile der Tafel, der die Berufsthätigkeit der Berliner Juden veranschaulicht, ist Folgendes zu bemerken: Weil es mir darauf ankam, die Bedeutung der in Berlin herrschenden Verjudung für das ganze Reich zu veranschaulichen, habe ich der B-rechnung der Zahlen in Spalte 7, die angeben, wieviel Juden in Berlin in den einzelnen Berufen vertreten sein dürften, das Verhältnisder erwerbstätigen Deutschen und Juden im ganzen Reiche zu Grunde gelegt, denn wie in Berlin die Berufsthätigkeit ausgeübt wird und von wem sie ausgeübt wird^

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