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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Aus der Statistik. · p. Seite 201

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Aus der Statistik.
Date
1900-01-01
Page
Seite 201 (sequence 18)
Language
German
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201 Zur Tafel. Es fehlt in ihr leider die wichtige Abteilung H, welche die im Haushalt lebenden berufslosen Angehörigen der erwerbsthätigen Personen umfaßt und für Deutschland im Jahre 1895 bei einer Gesamtbevölkerung von 51770 000 Einwohnern nicht weniger als 27 517 000 Köpfe zählte. Ich mußte diese wichtige Abteilung fortlassen, weil die amtliche Statistik die Zahl der berufslosen Angehörigen Lei den Juden leider nicht angiebt. Daß uns die amtliche Statistik hier die Antwort schuldig bleibt, ist zu bedauern, weil sich aus der Zahl der berufslosen Angehörigen, die ein Stand oder eine Bevölkerungsklasse zu ernähren imstande ist, sehr wichtige Schlüsse über seine soziale Lage ziehen lassen, wie das bereits im Jahrbuche für 1897, S. 237 bei der Besprechung der allgemeinen Ergebnisse der Berufszählung ausgeführt worden ist. Die amtliche Statistik des Reichs bleibt uns leider auch noch auf eine_ andere Frage die Antwort schuldig, nämlich aus die, wieviel Juden es denn zur Zeit der Berufszählung in Deutschland im ganzen gegeben hat. Wäre die Kopfzahl der jüdischen Gesamtbevölkerung bekannt, so würden wir wenigstens in runder Summe, indem wir die Zahl der erwerbsthätigen Personen subtrahierten, diejenige der berufslosen Angehörigen ermitteln können. Daß wir den Stand der jüdischen Bevölkerung im Jahre 1895 nicht kennen, ist um so überraschender, als in diesem Jahre bekanntlich zwei Zählungen, eine Berufszählung im Juni und eine Volkszählung im Dezember, vorgenommen worden sind. Da die jüdische Gesamtbevölkerung unbekannt ist, so mußte ich, um zu Verhältniszahlen zu gelangen, bei den Deutschen und Juden die Gesamtzahl der erwerbsthätigen und berufslos selbständigen Personen der Rechnung zu Grunde legen, während man sonst dabei von der Bevölkerungszahl auszugehen pstegt. Es ist also in der 4. und 5. Spalte unserer Tafel angegeben, wieviel Personen einer Berufsabteilung bei den Deutschen und bei den Juden aus 100 000 überhaupt erwerbsthätige u. s. w. Personen kommen. Vergleicht man die Zahlen in beiden Spalten, so tritt aufs überraschendste die bekannte Scheu der Juden vor der Landwirtschaftlichen Thätigkeit hervor und ebenso deutlich ihre vorherrschende Neigung für das Handelsgewerbe: In der Landwirtschaft leisten sie nur ein Fünsundzwanzigstel von dem was sie sollten, am Handel beteiligen sie sich sechsmal so stark wie die deutsche Bevölkerung. Ausfallend ist ferner noch ihr überstarkes Vorkommen in der Abteilung der berufslos Selbstständigen, d. h. in der Hauptsache der Rentiers. Die Abteilung umfaßt nämlich nicht weniger als 1 288 484 von eigenem Vermögen, Renten und Pension Lebende, daneben 414 587 nicht in der Familie lebende Studenten und Schüler und sonst noch einige kleinere Bruchteile. Vergleichen wir nun die Berussthätigkeit der Deutschen und Juden genauer, indem wir die Erwerbsthätigen in den drei Abteilungen nach dem Geschlecht und nach ihrer Stellung im Berufe (d. h. danach, ob sie ihn selbständig betreiben oder als technisch geschulte Beamte oder als einfache Arbeiter) vergleichen, so gestaltet sich das Bild bedeutend lehrreicher. Die Sonderstellung, die die Juden im Erwerbsleben einnehmen, tritt ungleich deutlicher hervor als in der Uebersicht der Tafel IV. Schon die absoluten Zahlen, und noch mehr die Verhältniszahlen im zweiten Teile von Tafel V zeigen deutlich, für welche Berufe und Berussstellungen der Jude besondere Vorliebe hegt. Verhältnismäßig zu schwach vertreten ist er außer in der ganzen landwirtschaftlichen Thätigkeit unter den Industriearbeitern und auch unler den weiblichen Selbständigen in der Industrie. In allen Berussstellungen der Abteilung Handel und Verkehr aber sind die Juden überstark ver-

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