Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5670/1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 145)
- Language
- German
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Ha ha ha ha ha — dann prasselt ein Hagel, Ein roter, ein weißer, ein duftender, süßer, Und tänzelt im Gras wie auf Polstern von Sammet. Hei! Kirschen, o Kirschen, —' TJfei Junge, was träumst du, da hüpft sie, dein Mädel A 1 Vom Baume herab, wie ein Wiesel so hurtig. Wie leuchtet das Füßlein, das schämig im Gras sich Will bergen, verraten vom flatternden Röckchen. Da eilst du ihr nach und willst sie erhaschen, Du läufst wie im Spiel und meinst es gar ernsthaft. Zertretener Wermut berauscht die Gedanken, Sein bitterer Duft lockt dir gaukelnd die Sinne. Du trittst in die Beete, du stampfst über Rosen,- Was kümmert es dich denn, da vorn' läuft dein Mädel, Ihr bebender Leib ist viel zarter als Blumen. Mit kirscfaensaftschmatzendem Mund mußt du lachen: So warte doch Kleine, so wart7 doch ein Weilchen. Und bittest im Stillen: lauf weiter, lauf weiter. Hoch klopfen die Herzen und ringsum wird's stiller. Nun bist du der Jäger und sie ist das Rehlein, Ein Reh mit erschreckten, hilfsuchenden Augen Verirrt sich in dunkelnde, kühle Alleen, Und müde und träg sind die eilenden Schritte. Ein Sprung und du faßt sie, wild hebt sich ihr Busen Und kost mit den weichen battistenen Falten. Sie duftet von Kirschen und taufrischer Jugend, Von harzigen Zweigen und blutwarmem Körper. Ringsum stehen Pappeln, die Hüter des Gartens, Wie heilige Priester in grünen Talaren, Die Äste wie segnend zum Himmel erhoben, Und beugen sich betend und beten im Herzen : Gib Sonne dem Garten, gib leuchtende Sonne. Dort schaukelt so langsam an uralten Bäumen