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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1907-01-01 · 5668 = 1907/08 · p. [Seite]

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5668 = 1907/08
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 197)
Language
German
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Dr, med. Hans Tischer MäMi Spielermoral Tine irrenärztltche Studie über die Spielsucht und ihr Verhältnis zu Trunksucht und Morphiumsucht für Staatsanwälte, Trichter und andere Laien Mk. —.30 Neue Züricher Zeitung : Der Verfasser weist auf eine Geisteskrankheit hin, die bis jetzt noch nicht genügend als Krankheit aufgefasst worden ist: die Spielwut. Man kann an einem Spieler genau dieselben Symptome nachweisen, wie z. B. bei einem Alkoholiker oder einem Morphinisten. Besonders die Abnahme der Geisteskräfte und des moralischen Empfindens in erschreckender Weise ist bei allen dreien ganz analog. Der Verfasser hält die Spielwut für eine unheilbare Geisteskrankheit, da das Entziehen der Karten unmöglich ist. Er fordert sowohl Psychiater wie Richter auf, die von dieser Krankheit Befallenen auch demgemäss zu behandeln. Mathilde Tischer Im Zeichen der Sitte Mk. 3.— Braunschweigische Landeszeitung: Mathilde Fischer unternimmt es, gegen die gesellschaftliche, durch Sitte und Herkommen gleichsam geheiligte Moral zu Felde zu ziehen. Aber sie versteht es vortrefflich, für ihre Heldinnen Interesse zu erwecken. Wenn auch in beiden Novellen die „Sitte“ als Siegerin hervorgellt, so fesseln doch alle Phasen dieses aufreibenden und in der Gegenwart aussichtslosen Kampfes. Dabei verrät die Autorin eine gute Kenntnis der weiblichen Psyche. Beide Novellen sind Proben eines ungewöhnlichen, nach Vollendung ringenden Talents, und als solche verdienen sie die Aufmerksamkeit derer, die eine ernste Lektüre lieben. Charles Jt. Trance 'Lieder eines Lothringers Mk. —.75 Strassburger Post: Es ist ein wirklicher Dichter, der da zu uns spricht! Tiefe Empfindung und eine wirklich künstlerische Sprache vereinigen sich bei ihm zu einer kraftvollen Wirkung. Einzelne dieser Gedichte fordern geradezu den Komponisten heraus. Georg Trundsberg Changeant J\ovellen und Skizzen Mk. 2.— National-Zeitung: Dem Verfasser eignet ein flotter Erzählerton, ein erfrischender Humor und ein Talent dramatischer Darstellung; wir glauben seine Personen aus dem Phonographen sprechen zu hören. "garl Tries ©#■§#■ Gedichte Mk. 1— Berliner Tageblatt: Einfache, kurzeLieder, gleich schmucklosen Wegpflanzen, die sich schüchtern dem Wanderer darbieten. Sie erzählen von schmachtender Jünglingszeit, von tieferschauernder Mannesreife. Ein paar Bilder aus der Melancholie des Russenreiches zeigen den steinigen Boden, dem diese stillen Reimblüten entsprossen sind. gobert Tuchs-JLiska Blinde Scheiben Mk. 3.— broschiert, Mk. 4.— gebunden Hamburger Fremdenblatt: Die meisten dieser Erzählungen sind von heisser Sinnlichkeit erfüllt, die Leid und Tränen, Unglück und Verachtung führt, die anderen berichten von Verbrechen, tieftrauriger Lebens- und Herzensnot, — alles fesselnd erzählte Geschichten aus trüben Erfahrungen, Beobachtungen und auch aus eigenem Erfinden und Gestalten. £. Gallert Der Jüngere vom Majorat Tine Trzählung aus dem Tfünstler- und Soldatenleben Mk. 3.- Das liter. Deutsch-Oesterreich: Die vorliegende, sehr gut geschriebene Erzählung behandelt die Schiksale des „Jüngeren vom Majorat“, enthüllt die ganzen gesellschaftlichen Schäden, deren meiste auf den bunten Rock zurückzuführen sind, — berichtet von den Schicksalen eines Künstlers, der durch widrige Umstände und Schablonengesetze zum Militär gepresst wird, spricht detailliert vom Leben in der Dresdener Strafkolonie; dem französischen Kriege usw. Sie ist mit ehrlichem Können, heissem Empfinden geschrieben. Trido Grelle Bühne und Welt Schauspiel in 4 Jtkten Mk. 2 — Grosslichierfelder Lokalanzeiger: Ein starkes Talent tritt uns hier entgegen, das sicherlich seinen Weg über die Bretter, die die Welt bedeuten, machen wird. Das beweistauch schon der eigenartige Vorwurf des Stückes, von dem wir nur so viel verraten wollen, dass es ein realistischer, stark dramatischer Stoff mit leidenschaftlichen Akzenten ist. Der Dichter hat es verstanden, das Stück in einheitlichem Zuge aufzubauen und eine wirksame Steigerung der Konflikte bis zum Ende zu erreichen. Tritz Guttreu Geldmenschen Schattenbilder nach dem Leben Mk. 1.— Unter diesem Pseudonym verbirgt sich eine Angehörige der höchsten Aristokratie Oesterreichs. Es ist von seltenem Reiz, in diesen Kreisen einer Danie zu begegnen, die über ein derartig verblüffendes Charakterisierungsvermögen Verfügt und die Objekte aus ihr fernstehenden Kreisen unter ihre künstlerische Lupe nimmt. Mit stereoskopischer Plastik weissdie Dichterin uns die „Geldmenschen“ nahe zu bringen. Dem reifen Können der Dichterin wird die freudige Anerkennung auf dem Fusse folgen. MODERNES VERLAGSBUREAU, Curt Wigand BERLIN-LEI PZ1G

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